Rezension: Lia Haycraft – Doppelt verlobt hält besser

 ©forever

 Doppelt verlobt hält besser

Autorin: Lia Haycraft
erschienen 1. Januar 2018
zum Verlag →  forever (Ullstein)
ISBN:  978-3-95818-256-1
schöne Liebesgeschichte, nicht zu kitschig
Den Partner fürs Leben zu finden, ist nicht ganz einfach.
Im Verlauf der Zeit begegnen einem viele Menschen. Mit manchen möchte man ein
Stück gemeinsam gehen, mit anderen hält man es nicht so lange aus. Die Gefühle
kommen und die Gefühle gehen, aber findet man wirklich den oder die eine, die
den Rest des Lebens mit einem gemeinsam bestreiten möchte, komme, was wolle?
Isobel ist die Leiterin einer Dating Agentur und versucht
genau das zu erreichen: Für ihre Kunden den Partner bzw. die Partnerin zu
finden, der/die perfekt zu dem jeweils anderen passt. In ihrem Job ist Isobel
wirklich erfolgreich, immer wieder gelingt ihr, was sonst oft so schwierig ist.
Nur für sich selbst findet sie einfach nicht den richtigen Mann, obwohl sie den
so dringend an ihrer Seite bräuchte, damit sie nicht alles aufgeben muss, was
ihr grad so wichtig ist.

Der Schreibstil von Lia Haycraft ist sehr angenehm,
flüssig und bildhaft. Die detaillierten Beschreibungen lassen die sonnigen
Schauplätze in Frankreich lebendig werden. Besonders bei dem tristen Wetter,
das momentan draußen herrscht, kann  man
sich da richtig gut weg träumen. Auch das Aussehen der Charaktere kann man sich
gut vorstellen und mit den Protagonisten zusammen in den Augen des jeweiligen
Gegenübers versinken. Vielleicht ist es mir so aufgefallen, weil ich die Augen
an Menschen auch sehr faszinierend finde. Immer wieder spielt diese Partie im
Gesicht eine wichtige Rolle, fesselt die Figuren und lässt sie vergessen, was
sie eigentlich wollten.
Übermannt von Leidenschaft und Verlangen können da
Gespräche und Pläne schon mal unwichtig werden. Doch genauso impulsiv wie die
Protagonisten ihre Anziehung auskosten, genauso temperamentvoll reagieren sie
auch in anderen Situationen. Kleine fehlgeleitete Funken, Missverständnisse und
Unstimmigkeiten sorgen für eine ziemlich explosive Mischung, die immer wieder
das Leben von Isobel und Jean-Luc gehörig auf den Kopf stellt.
Durch den Perspektivwechsel kann man, meistens
abwechselnd, beide Protagonisten begleiten. So erhalt man intensive Einblicke,
auch wenn die beiden nicht gemeinsam unterwegs sind. Sowohl Isobel, als auch
Jean-Luc, stehen mit beiden Beinen fest im Leben. Sie lieben ihren Job und
blühen in ihrer Aufgabe richtig auf. Sie haben gute Freunde, die ihnen zur
Seite stehen, ihnen auch mal den Kopf waschen und die Meinung sagen, wenn es an
der Zeit ist. Auf Isobels Seite kommt dann noch eine ziemlich schräge Tante
dazu, die nicht so viel von ausgewogener Kommunikation hält und manchmal ein
wenig anstrengend ist, auch wenn sie es gewiss nur gut meint.
Mir gefällt, dass die Charaktere in sich gefestigt sind
und sich nicht erst noch finden müssen. Trotzdem verläuft ihr Leben alles
andere als gradlinig, besonders nachdem sie aufeinander getroffen sind. Es
stehen Veränderungen, Herausforderungen und Schwierigkeiten an, die man
gemeinsam packen kann oder an ihnen scheiter wird. Entscheidungen, die
getroffen werden, kann man sicherlich unterschiedlich bewerten, aber sie passen
einfach in den Verlauf der Handlung und zu den beiden Hauptcharakteren. Nur
gegen Ende hätte ich den beiden dann doch gern ein wenig in den Hintern getreten,
damit sie wieder zu sich selbst und den Mut finden, zu dem zu stehen, was sie
wollen und zugeben, was sie bewegt und was vielleicht nicht so optimal gelaufen
ist. Da war mir die Verunsicherung, Schüchternheit und Verzweiflung fast ein
wenig zu groß. Allerdings macht es die Figuren auch authentisch, weil man sich
eben nicht immer richtig entscheidet, nicht immer sofort weiß, was man will,
was gut ist, wer einem gut tut und was man sich für die Zukunft wünscht. Jeder
hat seine Ecken und Kanten, seine Stärken und Schwächen und die werden durch
die verschiedensten Situationen hervorgeholt.
Im Verlauf des Buches spielen vielfältige Emotionen und
andere Themen eine Rolle. Es geht um die eigene Zuversicht, den Mut, Dinge zu
wagen, Ehrlichkeit, Freundschaft, Zusammenhalt, natürlich geht es auch um
Liebe, Leidenschaft, Vertrauen und Geborgenheit. Diese Vielzahl an
unterschiedlichen Gefühlen tauchen in verschiedenen Situationen auf und machen
die Handlung damit noch persönlicher und bringen den Leser noch näher ans
Geschehen und die Figuren.
Eine wirklich schöne Liebesgeschichte, die durch die
Ecken und Kanten der Figuren nicht zu kitschig wird. Der angenehme Schreibstil
lässt einen in die Handlung eintauchen und die Charaktere begleiten, die man
hin und wieder ein wenig antreiben und treten möchte, da man als Leser natürlich
den Blick von außen auf das Gesamte wirkt.

Vielen Dank für das vorab bereitgestellte
Rezensionsexemplar!

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