[gelesen] Open Minds – Gefährliche Gedanken von Susan Kaye Quinn

Mindjack #1
Open Minds – 
Gefährliche Gedanken

Autorin: Susan Kaye Quinn
erschienen März 2014
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform
ISBN: 978-1497408555
©
fesselnde Idee, spannende Story

Die 16-jährige Kira lebt in einer Welt, in der die
Menschen gegenseitig ihre Gedanken lesen können. Auch Konversation findet
überwiegend in den Köpfen statt. Nur wenigen ist diese Fähigkeit, die sich
normalerweise im Jugendalter ausbildet, nicht vergönnt. Kira gehört zu ihnen –
sie ist eine Null und auf Sprache zur Verständigung angewiesen, was gerade in
der Schule für Probleme sorgt. Doch dann entdeckt Kira, dass sie doch die
Gedanken anderer lesen kann – nur ganz anders als erwartet. Wie lange wird sie
ihr Geheimnis in einer Gesellschaft, in der kein Gedanke sicher ist, verbergen
können?
Die Idee des Buches ist faszinierend und erschreckend
zugleich. Nahezu alle Menschen können nahezu jeden Gedanken ihrer Mitmenschen
lesen. Wer nicht lesbar ist, gilt als nicht vertrauenswürdig und wird
ausgegrenzt. Öffentliche Berührungen sind dadurch kaum möglich, denn die dabei
erzeugten Empfindungen landen ebenfalls in den Köpfen der anwesenden Mitbürger.
Kein Gedanke, kein Geheimnis ist sicher.
Dass die Geschichte nur etwa 100 Jahre in der Zukunft spielt
und sich etwa in unserer jetzigen Zeit die ersten Leser entwickelt haben
müssen, macht den Weltentwurf noch reizvoller.
Ich muss allerdings auch sagen, dass ich mich in die vielen
fremden Begriffe erst einlesen musste. Einen Glossar sucht man vergeblich, es
dauert allerdings auch nur wenige Kapitel, um die Grundlagen zu verinnerlichen.
Dabei hilft es beim Zurechtfinden, dass die Geschichte erst mal ruhiger
beginnt, bevor dann Tempo und Dramatik rasant ansteigen.
Das Buch konnte mich schon nach wenigen
Seiten in seinen Bann ziehen. Die Handlung hat von Beginn an mysteriöse,
spannende Momente. Je mehr Kira über ihre neuen Fähigkeiten erfährt, desto
gefährlicher wird die Situation für sie. Sie landet in einem Strudel aus
Geheimnissen und Intrigen, der nur schwer zu durchblicken ist.
Es passiert unglaublich viel, ein Ereignis jagt das nächste,
Kira hat kaum Zeit, auszuruhen. Zum Ende nehmen dann Spannung und Dramatik
nochmal extrem zu. Es gibt aber auch ruhigere, emotionale Passagen.
Da Kira die Ich-Erzählerin der Handlung ist, kann der Leser
mit ihr zusammen ihre neuen Kräfte entdecken und miträtseln, welche Absichten
die einzelnen Figuren verfolgen, die ihr begegnen. Zudem gibt sie dem Leser
einen intensiven Einblick in ihre Gedanken, der den meisten sonst verwährt bleibt.
Kira ist eine sympathische Protagonistin. Die neuen
Fähigkeiten verwirren und überfordern sie zunächst. Sie bemüht sich, die Lügen
und Beeinflussung bei den Menschen, die ihr wichtig sind, zu begrenzen. Doch
schnell verstrickt sie sich so sehr in ihre Lügengeschichten, dass sie
gezwungen ist, Dinge zu tun, die sie eigentlich nicht will.
Etwas Schwierigkeiten hatte ich damit, wie übermächtig Kira
teilweise wird, dass sie es mit mehreren Erwachsenen gleichzeitig aufnehmen
kann. Das Alter des Teenagers, das zwar im Klappentext erwähnt wird, hatte ich
nicht mehr im Kopf, denn im Buch kommt die Info erst sehr spät. Dadurch habe
ich sie mir lange Zeit etwas älter vorgestellt. Sie handelt oft deutlich reifer und
überlegter, gleichzeitig gibt es aber auch Situationen, in denen sie sehr
unbedacht und naiv agiert, in denen man ihr das Alter und letztlich auch die
Überforderung mit der Situation und der großen Verantwortung, die sie
übernehmen muss, anmerkt.
Es handelt sich hierbei um den ersten Band einer Trilogie
und so bleiben auch noch Fragen und Themen für weitere Bände offen. Allerdings
sind die wichtigsten Handlungsstränge dieser Geschichte abgeschlossen und
bereits viele Antworten gefunden. Man kann nur erahnen, was Kira im
nächsten Band erwarten wird…
Gruselig-faszinierende Idee. Das dargestellte,
dystopische Szenario konnte mich schnell fesseln. Kiras Geschichte ist durchweg
spannend und dramatisch. Auch wenn der Teenager etwas arg viel leisten muss,
konnte mich die abwechslungsreiche Handlung überzeugen. Toller Auftakt.
Ich danke Übersetzer Michael Drecker für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Mindjack-Trilogie

5 thoughts to “[gelesen] Open Minds – Gefährliche Gedanken von Susan Kaye Quinn”

  1. Hey Anja,

    das Buch ist auch schon auf meinem Kindle eingezogen und bisher leider noch immer nicht gelesen worden. Einfach fürchterlich….aber die Bücher auf dem Kindle werden immer straflich vernachlässigt. 🙁

    Ich muss echt mal anfangen da auch ein paar abzubauen. *g*

    Liebe Grüße,
    Ruby

  2. Hallo, Anja,
    der Grundgedanke des Buches ist echt erschreckend. Ist das dann nicht ziemlich laut in deinem Kopf, wenn du immer alles und jeden hören kannst? Gruselig! Auf jeden Fall ein echt spannender, neuartiger Ansatz. Danke, dass du uns das Buch vorgestellt hast. Viele Grüße, Liane

    1. Huhu,
      Kira wird es teilweise auch zu laut 😉
      Ich möchte mir das auch gar nicht vorstellen. Einerseits hört man drum herum total viel und andererseits ist kein geheimer Gedanke möglich. Lästern sollte man daher auch dringend vermeiden 😀
      LG anja

    2. Der Horror. Wobei ich selten läster. Aber schon ein kurzer böser Gedanke wie: "die sieht aber heute schlecht aus" kann dann ja schon peinlich werden. Ich will meist gar nicht wissen, was andere über mich denken. Klingt aber echt nach nem coolen Buch.

  3. Hi Anja!

    Das Buch habe ich schon ein paar Mal (ich glaube auf Amazon) gesehen und es mir mal angesehen, aber ich bin nie dran hängen geblieben. Ich kann auch nicht so genau sagen, woran das lag. Es freut mich sehr, dass dir das Buch so gut gefallen hat! Ich denke, ich werde mir nun noch ein paar weitere Meinungen ansehen und dann entscheiden, ob das ein Buch für mich ist 🙂

    Liebe Grüße
    Laura

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