[gelesen] Worte für die Ewigkeit von Lucy Inglis

Worte für die Ewigkeit

Autor: Lucy Inglis

ebook Juli 2016, Print September 2016
Verlag: Chicken House
ISBN:  978-3-551-52087-6
© Chicken House
Zwischen Spannung, Gefühl und Langeweile

Für einen Job reist Hopes Mutter nach Montana – und die
16-jährige Hope muss wie immer mit, ob sie will oder nicht. Sie befürchtet,
sich auf der einsamen Pferderanch, abgeschnitten von der Welt, furchtbar zu
langweilen. Doch als sie den 19-jährigen Sohn der Ranchbesitzer erblickt,
scheint es doch noch ein schöner Aufenthalt zu werden.

Die 15-jährige Emily befindet sich 1867 auf dem Weg von
England nach San Francisco, um dort den zukünftigen Ehemann zu treffen, den
ihre Eltern für sie ausgewählt haben. Als ihre Kutsche von einer Brücke stürzt,
droht ihr der Tod. In letzter Sekunde wird sie von dem Halbindianer Nate
gerettet. Aber wie soll sie nun nach San Francisco gelangen?
Das Buch wird in zwei Handlungssträngen erzählt.
In der Gegenwart reisen Hope und ihre Mutter für einen Job
nach Montana und leben dort auf der Ranch der Crows. Hope freundet sich mit dem
Sohn der Familie, Cal, an. Gemeinsam erkunden sie Farm und Umgebung. Diese
Passagen werden von einem Er-Erzähler geschildert, wobei eine Gewisse Distanz
zu den Figuren gehalten wird.
Über ein Tagebuch gibt es den zweiten Handlungsstrang, der
im 19. Jahrhundert, ebenfalls in Montana, spielt. Emily beschreibt ihre
Erlebnisse in der Ich-Perspektive, spricht dabei aber Nate direkt an.
Gemeinsam ist beiden Erzählsträngen die ausführliche
Beschreibung der Landschaft, die es ermöglichst, sich ein genaues Bild der
Örtlichkeiten zu machen und die Handlung wie einen kleinen Film im Kopf
ablaufen zu lassen.
„Worte für die Ewigkeit“ lässt mich nach dem Lesen
zwiegespalten zurück.
Die Passagen aus der Gegenwart haben mir gut gefallen.
Leider fallen diese immer sehr knapp aus, während die Handlung gleichzeitig in
großen Schritten voranschreitet. Gerade zum Ende hin wird die Geschichte der
beiden sehr dramatisch, aufgrund der Erzählperspektive konnte ich aber nicht
wirklich mit den Figuren mitfühlen. Ich hätte gern mehr von Hope und Cal
gelesen.
Die Tagebucheinträge sind hingegen deutlich länger. Zwar ist
die Geschichte prinzipiell interessant und es gibt durchaus auch spannende
Szenen, teilweise wird es aber schon etwas langatmig, da Emily viele kleine
Situation recht ausführlich schildert.
Emily ist sehr unerfahren, besonders im Umgang mit Männern,
womit sie es Nate oft schwer macht und so manchen Konflikt heraufbeschwört.
Gleichzeitig hat sie mich damit immer wieder zum Schmunzeln gebracht. Ihre
Geschichte bietet Abenteuer, Dramatik und vor allem am Ende viel Gefühl, an dem
sie den Leser dank der Ich-Perspektive und der an Nate gerichteten Worte teilhaben
lässt.
Die Geschichten beider Paare sind miteinander verbunden.
Früh lässt sich diese Verbindung erahnen, trotzdem ist die Auflösung und
endgültige Klärung des im 19. Jahrhundert begonnene Konflikts stimmig.
Gefallen hat mir auch die Entwicklung von Hope und Emily,
die im Verlauf ihrer Abenteuer 
erwachsener und reifer werden und lernen, eigene Entscheidungen zu
treffen, auch wenn das gar nicht immer so einfach ist.
Ein Erzählstrang zu knapp und emotionslos, obwohl er
so viel Potential gehabt hätte, der andere etwas zu langatmig, obwohl er
Dramatik und Gefühl bietet. Irgendwie passte für mich die Mischung nicht und
ich hatte in Emilys Abschnitten teilweise den Drang, das Buch wegzulegen, weil
es mir manchmal einfach zu zäh wurde, während ich lieber mehr von Hope erfahren
hätte. Gleichzeitig gab es immer wieder Abschnitte in der Handlung, die mich
packen und berühren konnten. Besonders das Ende bietet Dramatik und Spannung.

Ich danke dem Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

3 thoughts to “[gelesen] Worte für die Ewigkeit von Lucy Inglis”

  1. Liebe Anja,

    der Klappentext hört sich super an. Ich liebe Pferde und bin echt neugierig auf das Buch. Schade dass die Umsetzung nicht so perfekt war. Ich werde es mir aber trotzdem mal bei Amazon anschauen 🙂

    Liebe Grüße
    Nadine

Schreibe einen Kommentar

(Kommentare werden von uns freigeschaltet.)

Mit dem Absenden des Formulars werden deine Nachricht sowie dein Name und deine Webseite (freiwillige Angaben) gespeichert. Weitere Informationen findest du in der Datenschutzerklärung.