[gelesen] Kuss der Wölfin von Katja Piel

 
Kuss der Wölfin 
Trilogie
 
Autor: Katja Piel
erschienen März 2014
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform
ISBN: 978-1496062574
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spannende, erotische Fantasytrilogie

Was muss man alles erlebt haben, wenn man schon
über 400 Jahre auf der Welt weilt? Man durchlebt viele Epochen, Kriege,
Katastrophen, Entwicklungsfortschritte, man sieht Menschen kommen und gehen und
kann sich immer wieder neu erfinden. Anna Stubbe ist eine Gestaltenwandlerin
und bemüht, in ihrer Umgebung kein Aufsehen zu erregen. Sie studiert mal dies
und mal das, reist an unterschiedliche Orte und probiert aus, wonach ihr der
Sinn steht. Doch auch die Schatten ihrer Vergangenheit verfolgen sie. Einer
ihrer Feinde hat sie aufgespürt und macht ihr nun das Leben schwer. Ein
spannendes Versteckspiel mit unerwarteten Herausforderungen beginnt.


Anna ist eine Gestaltenwandlerin, die in ihrer
tierischen Form ein Wolf ist. Ein starkes Tier mit ausgeprägten Sinnen, die sie
auch in ihrer menschlichen Gestalt spürt. Sie kann einige Dinge besser und muss
doch darauf achten, dass sie nicht entdeckt wird. Die Einblicke, die man in ihr
Leben bekommt, sind sehr spannend. Sie hat schon unglaublich viel erlebt und
ist sich trotzdem stets treu geblieben.
Marcus ist ebenfalls ein Wolf, allerdings nicht
so friedlich gestimmt wie Anna. Er gehört zu den Werwölfen, die sich ganz klar
von den Gestaltenwandlern unterscheiden. Die Feinheiten werden im Verlauf der
Geschichte erklärt und auch anhand der Verhaltensweisen schnell deutlich.
Sam gehört zu den Eingeweihten, da sein Vater
ein Venatio war. Er hätte sich wohl auch nie träumen lassen, dass sich sein
normales Studentenleben so schnell wandelt und er sein Wissen über Werwölfe und
Gestaltenwandler so praktisch anwenden muss. Er ist eine sehr interessante
Figur, die auch für Anna zu einer großen Stütze wird.
Die Mischung der Charaktere ist sehr vielfältig
und abwechslungsreich. Mir gefällt es auch besonders, dass die übernatürlichen
Wesen neben den ganz gewöhnlichen Menschen existieren, unwissentlich integriert
sind und die meiste Zeit kaum auffallen – zumindest die, die friedlich in der
Gesellschaft leben.
Der Schreibstil von Katja Piel ist sehr
angenehm, locker und flüssig. Bereits nach kurzer Zeit hat mich das Buch
gepackt und erst wieder losgelassen, nachdem ich es zu Ende gelesen hatte.
Während der Geschichte reist man durch ganz
unterschiedliche Zeitepochen. Vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart ist alles
mit dabei. Anschauliche Beschreibungen von den Orten und Personen machen es da
möglich sich, trotz der vielen Unterschiede, alles gut vorstellen zu können.
Die Eigenheiten der jeweiligen Jahrhunderte sind schön eingearbeitet. Einige
große, geschichtliche Ereignisse werden aufgegriffen und immer mit dabei sind
die Figuren, die einen während des Buches begleiten. So wird schnell deutlich,
wie lange sie schon auf der Welt sind und was sie alles erlebt haben. Die
mystischen Wesen sind in die reale Welt integriert, als würden sie schon immer
dazu gehören, obwohl sie für die meisten Menschen im Verborgenen leben.
Anfangs gibt es einen stetigen Wechsel zwischen
Kapiteln aus der Gegenwart und Abschnitten aus dem 16. Jahrhundert, in dem für
Anna alles begann. So entstehen zwei Parallelgeschichten, die sich immer mehr
miteinander verbinden, Beziehungen zwischen den Figuren aufzeigen und den
Grundstein legen für die Dinge, die noch passieren werden. Im Verlauf der
Geschichte gibt es immer wieder vereinzelte Sprünge in die Vergangenheit, die
dabei helfen, die Entwicklung der Personen zu verstehe oder zeigen, dass sie
schon früher gewisse Vorlieben und Abneigungen hatten.
Das Buch wird aus unterschiedlichen Perspektiven
erzählt. Auf der einen Seite gibt es die Ich-Perspektive von Anna, die einen
sehr persönlichen, intensiven Einblick in ihre Gedanken und Gefühlswelt liefert.
Die anderen Handlungsstränge werden von einem personalen Erzähler übernommen.
Dadurch erhält man als Leser Informationen zu den meisten Personen, die
nebeneinander und unabhängig voneinander planen und agieren, auch wenn Anna
nicht vor Ort ist. Mir gefällt dieser Wechsel sehr gut, da man so nie das
Gefühl hat, etwas zu verpassen. Durch diese Einblicke hat man als Leser teilweise
auch einen Wissensvorsprung gegenüber den nicht anwesenden Figuren.
Immer wieder gibt es spannende Wendungen und
Überraschungen, die die Handlung ordentlich durcheinander wirbeln und schnelles
Handeln erfordern. Die Bedrohung durch die Werwölfe wird immer größer, denn sie
schrecken vor nichts zurück. Anna und ihre Leute müssen sich immer neuen
Herausforderungen stellen und wenn man glaubt, nun kehrt endlich etwas Ruhe
ein, passiert wieder etwas Unerwartetes.
Neben den rasanten, temporeichen Passagen gibt
es auch immer wieder Raum für ruhige, sinnliche Momente, in denen Zweisamkeit,
Leidenschaft und Erotik dominieren. Diese Szenen sind sehr schön beschrieben
und passend in die Gesamthandlung eingebunden, dadurch wirken sie nie plump
oder fehl am Platz.
Im Verlauf des Buches durchlebt man mit den
Protagonisten die unterschiedlichsten Emotionen. Von großer Freude und
Verbundenheit, bis Verzweiflung, Angst und Trauer ist so ziemlich alles mit
dabei. Die Schatten- und Sonnenseiten des Lebens haben die Figuren vollständig
im Griff und es wird deutlich, dass es so viel mehr als nur schwarz und weiß
gibt. Erlebnisse prägen einen, es bleiben Erinnerungen, an die man gern
zurückdenkt oder die man lieber vergessen würde, aber doch gehört es zu einem
und macht einem zu dem, was man ist. Jede Person im Buch hat ihr ganz eigenes
Päckchen zu tragen, was immer wieder deutlich wird. Auch wenn man nicht alle
Entscheidungen und Entwicklungen – besonders die der Werwölfe –  gutheißen kann, so werden sie dadurch doch
etwas nachvollziehbarer.

„Kuss der Wölfin“ ist eine spannende, packende
Geschichte, die durch tolle Charaktere, eine vielfältige, abwechslungsreiche
Handlung, ganz viel Gefühl und Magie überzeugt.

Vielen Dank an Katja Piel und Blogg dein Buch für das Rezensionsexemplar.

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