[gelesen] Theo Lawrence – Mystic City – Das gefangene Herz

© Ravensburger 
 Mystic City 1 –
Das gefangene Herz
 Autor: Theo Lawrence
erschienen Mai 2013
Verlag: Ravensburger
ISBN:  978-3-473-40099-7  

spannende, neue Welt, tolle Figuren – schöner Auftakt

In Mystic City ist das Leben streng überwacht, geregelt
und vollgestopft mit zukünftigen Technologien, moderne
Fortbewegungsmöglichkeiten, Bedienstete und statt Arbeit hat man Spaß mit den
Freunden. Klingt gar nicht so übel? Ist es vielleicht auch nicht, wenn man zu
der reichen Oberschicht in den Horsten, gehört, so wie Aria. Unter den
Wolkenkratzern bietet sich einem ein erschreckendes Bild mit Ruinen, Armut,
mangelnder Ernährung und Unzufriedenheit. Eine geteilte Stadt, in der die
Unterschiede kaum größer sein könnten.
Wenn es nach Arias Familie gehen würde, würde sie die
politischen Machenschaften unterstützen und die ganz brave Tochter sein, doch
Aria hat andere Pläne und taucht in die gefährliche und absolut spannende Welt
der Tiefen ein – Schwierigkeiten vorprogrammiert!

Aria ist eine interessante Protagonistin, die, obwohl sie
alles hat, immer mehr beginnt zu hinterfragen und zu zweifeln. Ihr reicht es
nicht aus, selbst glücklich, zufrieden und versorgt zu sein. Diesen Zustand
möchte sie auch gern für die Menschen, denen es nicht so gut geht. Auch die
Ungereimtheiten in ihrem Leben entgehen ihr nicht und so macht sie sich auf die
Suche nach der Wahrheit, die eigentlich verborgen bleiben sollte.
Hunter ist ein nicht registrierter Mystiker und damit im
vollen Besitz seiner magischen Fähigkeiten. Der Regierung sind solche Leute ein
Dorn im Auge, so auch der Familie von Aria. Doch für sie selbst ist der
geheimnisvolle, teilweise gefährlich wirkende, junge Mann ein Lichtblick in
ihrem programmierten Leben.
Der Aufbau der Welt ist spannend und gut durchdacht. Beim
Lesen stellt man sich auch selbst die Frage, ob es tatsächlich mal so oder so
ähnlich aussehen könnte. Vielleicht ohne die Mystiker, also ohne Magie. Aber
ist es denkbar, dass die Reichen in hohen, technisch hochwertigen
Wolkenkratzern wohnen, während die Armen praktisch zu ihren Füßen in halb
überschwemmten Ruinen hausen? Möglich wäre es auf jeden Fall, auch wenn man
natürlich hofft, dass es nicht so kommen wird.
Der Stil ist sehr angenehm und flüssig, man kann bereits
auf den ersten Seiten richtig in die Geschichte und die fremde Welt eintauchen
und wird mitgenommen durch die packende Handlung. Durch detaillierte
Beschreibungen kann man sich die Personen und die Orte sehr gut vorstellen. Die
Protagonistin berichtet aus der Ich-Perspektive, wodurch man einen sehr intensiven
Einblick in ihre Gedankenwelt bekommt, die durch ihren teilweisen Gedächtnisverlust
ziemlich auf den Kopf gestellt ist. Auch wenn man selbst noch nie in so einer
Situation war, so kann man mit Hilfe von Arias Schilderungen doch eine
Vorstellung davon entwickeln, wie schwierig es sein muss, sich auf das
verlassen zu müssen, was einem erzählt wird, obwohl man selbst berechtigte
Zweifel daran hat. Umso schöner sind da die Passagen, in denen sie mit Hunter
durch die Tiefen streift und erlebt, was es dort alles zu entdecken gibt.
Obwohl die Menschen in dem Stadtteil viel weniger besitzen, bekommt man doch
den Eindruck, dass das Leben dort viel bunter, vielfältiger und schöner ist.
Auch Arias Gefühlswelt bleibt dem Leser nicht verborgen. Der Kontakt zu dem
jungen Rebellen löst Dinge in ihr aus, die nicht sein dürfen, die gefährlich
sind und die unbedingt geheim bleiben müssen. Eine schwierige, aber auch total
spannende Situation, bei der abzuwarten bleibt, wie die beiden sie lösen
werden.
Immer wieder gibt es Wendungen, Überraschungen und neue
dunkle Geheimnisse, die ans Licht kommen. Während des Lesens kann man mit
rätseln und spekulieren, was noch kommen mag, wie alles zusammenhängt und wem
man wirklich trauen kann. Die Konstellation der Figuren ist abwechslungsreich
gewählt, was zusätzliche Spannung erzeugt und dafür sorgt, dass man nicht alle
wirklich durchschauen kann.
Besonders gut gefallen haben mir auch die Mystiker mit
all ihren unterschiedlichen Fähigkeiten. Die Form der Magie fasziniert mich und
auch wenn ich verstehen kann, dass einige es als gefährlich ansehen, finde ich
es total interessant, was damit alles gemacht und erschaffen werden kann.
Ein spannender Trilogieauftakt, in dem schon sehr viel
passiert, der aber dennoch genug Fragen offen lässt, was in den Fortsetzungen
noch alles passieren kann und wird. Tolle Figuren, ein angenehmer Stil und eine
abwechslungsreiche Handlung sorgen für schöne Lesestunden.

5 thoughts to “[gelesen] Theo Lawrence – Mystic City – Das gefangene Herz”

  1. Hallo Dana,

    puh, du kannst dir nicht vorstellen wie lange ich dieses Buch schon im Auge habe. Immer wieder bin ich kurz davor es zu kaufen, aber irgendetwas hindert mich 🙁 Nach deiner Rezi weiß ich nun das es sich lohnt, und nun steht für mich fest, ich muss dieses Buch haben <3

    Liebe Grüße
    Line

    1. Ich kann das zwar für niemanden entscheiden, aber ich kann sagen, dass ich die Trilogie sehr mag, die Rezensionen zu den anderen Bänden folgen die Tage dann auch, wobei ich da empfehle höchstens den Anfang zu lesen mit der Kurzeinschätzung, bevor man gespoilert wird. Es ist eine tolle Reihe, auch wenn es dem SuB vielleicht nicht gut tut das zu sagen 😉

      LG Dana

  2. Huhu liebe Dana!

    Ich liebe ja das Cover von diesem traumhaft schönen Buch *—* Lange schleiche ich um dieses Buch herum, der Klappentext reizt mich sehr aber leider habe ich einfach zu viele offene Reihen um noch eine zu beginnen 😉

    Alles Liebe,
    Jasi ♥

    1. Hallöchen 🙂
      Ich kann es verstehen, dass man um die Reihe herum schleicht und grübelt und überlegt. Es muss auch jeder für sich entscheiden. Ich habe die Reihe inzischen komplett gelesen, alle drei Bücher hintereinander und fand, es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Der Vorteil ist auch einfach, es ist jetzt schon komplett erschienen und man muss nicht ewig warten. 😉
      Lg, Dana

  3. Die Reihe begegnet mir immer wieder und bisher hat sie mich nicht besonders gereizt. Aber wenn ich mir die Rezi so durchlese, dann schafft sie es vielleicht doch noch auf die WL.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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