Rezension: Barbara J. Zister – Nosferatu – Vom Vollmond erweckt

© Impress (Carlsen)
Nosferatu – Vom Vollmond erweckt
 Autor: Barbara J. Zister
erschienen Februar 2015
ISBN: 978-3-646-60101-5 

schöner Schreibstil, spannende Handlung und neue Fantasyelemente

Josefine musste lernen, dass sich in einer Nacht wirklich
alles ändern kann. Während sie vorher Mitglied einer angesagten Clique in der
Schule war, versteckt sie sich nun in einem dunklen Keller, sobald es draußen
dunkel wird. Niemand soll von ihrem Geheimnis wissen.
Als sie auf den Skater Mad trifft, scheint endlich die
Möglichkeit da, wieder etwas Normalität in ihren Alltag zu bekommen. Doch kann
sie sich problemlos mit einem Jungen treffen, ohne ihm zu sagen, was wirklich
in ihr schlummert? Und als wären das noch nicht genug Schwierigkeiten, gerät
Josefine zwischen die Fronten der Nosferatu und ihrer Gegner.

Josefine, die von allen nur Finny genannt wird, hatte
sich ihr Leben selbst wohl auch anders vorgestellt. Die Schule abschließen,
eine Beruf finden, der zu ihr passt, mit Freunden was unternehmen und die große
Liebe finden. So oder so ähnlich sehen wohl viele Lebenspläne aus, doch für
Finny kommt alles anders. Sie ist ein Nosferatu, ein Rattendämon, der durch den
Mond erweckt wird. Sobald es dunkel wird, versteckt sie sich, um ihrer neuen
Natur zu entgehen. Doch das ist noch nicht alles, was in ihr steckt. Im Verlauf
des Buches lüften sich weitere Geheimnisse, die Finny vor die große Wahl
stellen: auf welcher Seite steht sie? Wen wird sie unterstützen? Welche Macht in
ihr ist die Stärkere?
Auch Mad steht zwischen den Stühlen, Finny wächst ihm
immer mehr ans Herz, doch eigentlich sollte er sich von ihr fern halten. Auch
für ihn beginnt eine schwierige Zeit mit vielen Herausforderungen.
Die Mischung der Charaktere gefällt mir sehr gut. Es gibt
ganz unterschiedliche Charaktere, die immer wieder neue Facetten mit
reinbringen.
Der Schreibstil ist sehr angenehm, ich habe mich sofort
mitgenommen gefühlt in Finnys Welt. Durch die Ich-Perspektive der Protagonistin
bekommt man als Leser einen sehr detaillierten Blick auf ihre Gedankengänge.
Man ist immer mit dabei und erlebt hautnah die innere Zerrissenheit von ihr. Es
schlagen zwei Herzen in ihrer Brust und keiner Macht kann sie sich so richtig
entziehen. Auch emotional ist es nicht immer leicht für Finny, es stürzen viele
Gefühle auf sie ein, die sie teilweise gar nicht richtig einordnen kann. In
kürzester Zeit steht ihre Welt Kopf, die Ereignisse überschlagen sich und es
bleibt nicht immer ausreichend Zeit, sich den Plan bis zum Ende zu durchdenken.
So ist Finny immer wieder auf Glück, die Umsichtigkeit der anderen oder
vielleicht auch ein wenig überirdischen Beistand angewiesen.
Die Handlung ist sehr spannend und turbulent. Eine Flucht
jagt die nächste, immer mit der Gefahr im Nacken und der stetigen Frage, wohin
sie eigentlich gehört, versucht Finny ihren Weg zu finden. Dabei stößt sie
manchmal auch den wenigen Menschen vor den Kopf, die gern für sie da sein
wollen.
Richtig große Ruhephasen gibt es nicht, nur kleinere
Szenen zwischen den actionreichen Passagen, in denen Finny auch versucht, sich
über ihre Empfindungen für Mad klar zu werden.
Sehr interessant und abwechslungsreich ist die Mischung
aus Realität und Fantasywelt. Sprechende Ratten, Nosferatu und die Jäger, die die
Ausbreitung der Rattendämonen unterbinden wollen, befinden sich in einer ganz
normalen deutschen Großstadt. Der Alltag um sie herum läuft weiter und viele
Menschen ahnen nicht, was direkt neben ihnen vor sich geht.
Das Ende kam mir persönlich dann fast etwas zu zügig. Es
ist zwar passend und stimmig, doch hätte ich mir noch eine halbe Seite mehr
gewünscht, damit nicht ganz so viele Fragen offen bleiben, wie es nun weiter
geht. Hier darf man sich als Leser einfach selbst ein Bild machen und den
eigenen Gedanken freien Lauf lassen, was natürlich auch schön ist.
Eine spannende Geschichte, mit interessanten und für mich
neuen Fantasyelementen, die sich in einem Rutsch lesen lässt.

Vielen Dank an Impress (Carlsen) für dieses
Rezensionsexemplar!

One thought to “Rezension: Barbara J. Zister – Nosferatu – Vom Vollmond erweckt”

Schreibe einen Kommentar

(Kommentare werden von uns freigeschaltet.)

Mit dem Absenden des Formulars werden deine Nachricht sowie dein Name und deine Webseite (freiwillige Angaben) gespeichert. Weitere Informationen findest du in der Datenschutzerklärung.