[gelesen] Barbara Schinko – Kirschkernküsse

© Impress (Carlsen)
Kirschkernküsse
 Autor: Barbara Schinko
erschienen Oktober 2014
ISBN: 978-3-646-60080-3

schöne Geschichte und tolle Protagonisten

So ein Sommer im eigenen Heim kann ganz schön lang und
einsam werden. Kaum Freunde, keine Unternehmungen geplant und die Eltern sind
auch noch verreist. Keine besonders rosigen Aussichten für Elsie. Als dann
mitten in der Nacht der Nachbarsjunge Cody in ihrem Haus steht und sie zu einem
abenteuerlichen Trip quer durch die USA einlädt, scheint die Freizeitplanung
plötzlich eine völlig andere zu sein. Schule, Hausaufgaben und andere
Verpflichtungen werden hinten angestellt. Wann bekommt man schon mal die
Möglichkeit mit seiner heimlichen Liebe so viel Zeit zu verbringen?! Und so
begeben sich Cody und Elsie auf eine Reise, die viel Unerwartetes bereit hält.

Elsie ist eine recht schüchterne junge Dame, die auf der
Reise quer durch die USA eine enorme Entwicklung durchlebt. Man hat das Gefühl,
sie bricht aus ihren Fesseln aus und entdeckt sich und die Welt ganz neu. Zwar
bleibt immer ein wenig ihrer Zurückhaltung und in ihren Gedanken merkt man,
dass sie sich selbst nicht immer sicher ist, was sie will und was richtig ist,
dennoch ist es schön zu sehen, wie sie aufblüht und zu sich selbst findet.
Cody dagegen ist sehr geheimnisvoll und gibt beim Lesen
teilweise Rätsel auf. Er hat eine sehr angenehme, offene Art, mit der er auch
Elsie gefangen nimmt und doch umgibt ihn ein scheinbar dunkles Geheimnis, das
zwischen ihm und dem Glück mit seiner Reisepartnerin steht.
Die Kombination der beiden Protagonisten ist super
gewählt. Ich fand beide sofort sympathisch und da man Elsie und Cody im Verlauf
der Geschichte gut kennen lernt, kann man viele Handlungen und Aussagen noch
besser einschätzen und verstehen.
Der Schreibstil von Barbara Schinko ist angenehm und
bildhaft. Der Leser wird mitgenommen auf eine Reise durch Staaten, wobei es
viel zu entdecken und erleben gibt. Da Elsie die meiste Zeit auf dem
Beifahrersitzt verbringt, hat sie die Möglichkeit die Landschaft intensiv zu
betrachten und besonders auch die Veränderungen zu schildern. So wird die
Autofahrt zu einem anschaulichen Trip Richtung Westen.
Während die Geschichte zunächst recht ruhig und sachte
beginnt, nimmt sie im Verlauf mehr Fahrt auf. Elsie und Cody erleben gemeinsam
immer mehr tolle Dinge, haben Spaß und führen auch ernste Gespräche. Witzige
und sarkastische Sprüche lockern die Situationen immer wieder auf und bringen
eine schöne Dynamik in das Buch. Die Sprache ist den beiden jungen
Protagonisten angepasst und wirkt dadurch sehr authentisch.
Es gibt immer mal kleinere Überraschungen während der
Reise, die die beiden an ungeplante Orte führen und zum Verweilen einladen. Die
richtig große Wende kommt dann allerdings erst gegen Ende. Eine Wendung mit der
ich persönlich nicht gerechnet hätte, umso begeisterter war ich dann von den
unerwarteten Erlebnissen.
Der Schluss kam dann fast ein wenig zu plötzlich, gerade
im Vergleich zu dem ruhig voranschreitenden Anfangs- und Mittelteil des Buches.
Die Ereignisse überschlagen sich und ruck zuck sind wir an einem wundervollen
Ende angekommen.
Kirschkernküsse ist eine sehr schöne Geschichte, mit
sympathischen Charakteren, einer interessanten Handlung, Gesprächen, die zum
Nachdenken anregen und ja auch Kirschen.

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