[gelesen] Herz im Glas von Katharina V. Haderer

Herz im Glas
Autor: Katharina V. Haderer
erschienen Juni 2014
CreateSpace Independent Publishing Platform
ISBN: 978-1500253028 

© Katharina V. Haderer

ereignisreiche, überraschende Geschichte

Aenne erwirbt auf einem Markt ein Herz in einem Opfergefäß –
an sich nicht ungewöhnlich, würde es sich wie sonst im ein tierisches, nicht um
ein menschliches Herz handeln. Da Blutmagie verboten ist und Aenne ein
Verbrechen hinter ihrem Zufallskauf vermutet, macht sich die Tochter des
reisenden Königs zusammen mit ihren Brüdern Erza und Caedes auf in die
berüchtigte Felsenstadt Terra Talion. Doch je mehr sie nachforschen, desto mehr
geraten die Geschwister selbst in einen gefährlichen Strudel aus Macht, Gier
und Intrigen…

 

In Herz im Glas entwirft Katharina V. Haderer eine
komplexe Fantasywelt, die sie mit vielen detaillierten Beschreibungen von
Örtlichkeiten und Lebensweise anschaulich ausgestaltet, sodass sich dem Leser
ein umfangreiches Bild der teils grausamen Lebensumstände in der Stadt
eröffnet.

 

Diese neue Welt fasziniert im späteren Verlauf mit all ihren
eigentümlichen Details, zunächst fällt es aber etwas schwer, sich aufgrund der
vielen fremden Begrifflichkeiten im Buch zurechtzufinden. Der im Buch
vorhandene Glossar mit Erklärungen zu Personen und bestimmten Wörtern hätte
hier sicher geholfen, würde ich es nicht als so umständlich empfinden, im eBook
zu „blättern“.

Zwar ist die Sprache der Welt, die an mittelalterliche
Zustände erinnert, angepasst, wodurch manchmal eigentümliche, schwulstig
anmutende Formulierungen entstehen, ansonsten liest sich die Geschichte aber –
hat man sich erst mal in die Begriffe hineingefunden – sehr flüssig.

Die Geschichte wirft von Beginn an viele Fragen auf.
Besonders der rätselhafte Prolog, der zwar die Entnahme des Herzens aber nicht
die damit einhergehenden Umstände anschneidet, zieht den Leser direkt in die
Geschichte.

Allerdings ist das Geschehen zu Beginn – die Suche der
Geschwister nach Anhaltspunkten – durchaus spannend, hätte aber auf den ersten
Seiten etwas mehr Tempo vertragen. Etwa ab der Hälfte überschlagen sich die
Ereignisse dann geradezu, sodass man auch beim Lesen vor Dramatik ab und an die
Luft anhält. Dabei gibt es viele überraschende Wendungen, nachdem man – nicht
zuletzt aufgrund der sich gegenseitig widersprechenden Aussagen der Figuren –
immer wieder in falsche Richtungen gelenkt wird. Auch vor blutigen
Beschreibungen macht Haderer nicht halt, und Verluste gibt es wirklich einige
zu verzeichnen…

Es gibt eine sehr interessante Mischung an Figuren der
verschiedensten Gesellschaftsschichten, sodass reichlich Konfliktpotential
vorhanden ist. Von den drei Geschwistern habe ich besonders Caedes, dem es
immer wieder gelingt, sich ungewollt in gefährliche oder witzige Situationen zu
manövrieren, schnell ins Herz geschlossen. Andere Charaktere schätzt man
anfangs völlig falsch ein, sodass sie für unerwartete Ereignisse sorgen.

 

Trotz loser Handlungsstränge und offener Schicksale sind die
wichtigsten Fragen am (sehr überraschenden) Endes des Buches geklärt, sodass
ich es für mich mit dem Gefühl beiseite lege, dass die Geschichte im Grunde
zuende erzählt ist.

Nach einem ruhigen Einstieg nimmt die Handlung rasant an Fahrt auf,
sodass man das Buch kaum noch beiseite legen kann. Neben reichlich Dramatik
gibt es auch ein wenig Action und Gefühl. Für Fantasy-Fans eröffnet sich eine
komplexe und facettenreiche Welt voller Gefahren und Abenteuer.

 

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