![]() ©digital publishers | Küsse zwischen Apfelkörben Band 2, Staffel 3, Liebe auf Schwedisch . Mela Wagner gesprochen von Uwe Thoma, Lisa Müller erschienen September 2024 ungekürzte Lesung: 326 Minuten . . hier geht’s zum Buchverlag → dp original . |
ruhige Liebesgeschichte in Schweden
Vorbemerkung: Es ist der zweite Band der dritten Staffel, laut der Verlagsseite sind alle Bücher in sich abgeschlossen. Ich kenne bisher nur den ersten Band der dritten Staffel, da die Handlungen teilweise parallel zueinander verlaufen, habe ich einige der Charaktere wiedergetroffen, ich denke, man kann der Handlung jedoch auch gut folgen, sollte man die anderen Bände nicht kennen. Gegebenenfalls fehlen einem ein paar der Verbindungen zwischen den Einwohnern oder wie sich dort Liebesgeschichten entwickelt haben.
Mathilda kommt schon seit ihrer Kindheit nach Lillaström, um dort auf der Apfelfarm bei der Ernte zu helfen und einfach eine schöne Zeit zu haben. Ihr bedeutet der Ort, mit dem sie so viele wundervolle Erinnerungen verbindet, sehr viel. Als sie erfährt, dass die Farm verkauft wurde und dort Luxusimmobilien entstehen sollen, kann sie es kaum glauben. Wie kann man nur diesen Ort voller Charme, Ruhe und mit den ertragreichen Apfelbäumen einfach vernichten? Mathilda reist nach Schweden und versucht mit allen Mitteln zu verhindern, dass die Apfelfarm platt gemacht wird. Allerdings hat sie nicht damit gerechnet, wie schwer es ihr der Immobilienmakler Kristoffer machen würde. Und auch Kristoffer hat nicht mit so viel Gegenwind gerechnet.
Die Handlung spielt zum Teil parallel zu „Verliebt mit Waldbeertee“, dem ersten Band der dritten Staffel. Die Charaktere, die dort im FOkus stehen, tauchen hier zwischendurch auf oder es werden Ereignisse kurz thematisiert, von denen man mehr weiß, wenn man die Geschichte kennt. Man kann daher sicher noch intensiver in den kleinen, fiktiven, schwedischen Ort eintauchen, wenn man die anderen Teile der Reihe auch kennt. Da die Handlung vom Auftakt der dritten Staffel jedoch nicht so sehr viel Einfluss auf die Entwicklungen im zweiten Buch haben, finde ich es auch nicht so schlimm, wenn man ihn nicht kennt. Man kann der Geschichte trotzdem gut folgen, da es hier hauptsächlich um Mathilda und Kristoffer geht und wie die Zukunft der Apfelfarm aussehen wird.
Wenn man alle Staffeln der „Liebe auf Schwedisch“ Serie kennt, hat man mit Sicherheit noch mehr und detailliertere Einblicke in die Entwicklung und Struktur des Ortes und wie die Einwohner zueinander stehen. Für mir war es jedoch kein Problem einfach mit der dritten Staffel einzusteigen.
Die Atmosphäre in der Geschichte ist schon etwas herbstlicher, mit der beginnenden Apfelernte und dem im Dorf anstehenden Fest. Besonders schön fand ich die Beschreibungen der Natur, man bekommt einen guten Eindruck von der Farm und den Gefühlen, die sie in Mathilda auslöst. Es klingt nach einem sehr idyllischen Ort, der einem viel Ruhe und Frieden bringen kann, auch wenn mit der Bewirtschaftung des Geländes natürlich auch Arbeit verbunden ist. Die junge Frau ist nicht gewillt, die Farm kampflos aufzugeben. Sie versucht mit verschiedenen Mitteln Kristoffer davon zu überzeugen, wie wertvoll dieses Stück Land ist und dass es unbedingt erhalten bleiben soll. Dabei entstehen auch mal lustige Passagen, weil nicht immer alles glatt läuft.
Für Kristoffer geht es jedoch nicht nur um die Verwirklichung des Projektes, es geht auch darum, seinem Bruder und Vater zu zeigen, dass er der Umgestaltung der Farm gewachsen ist. Kristoffers Bruder mischt sich teilweise auch in die Umsetzung ein, da er nicht überzeugt ist, dass er es allein schafft bzw. ihm die Verzögerung des Baubeginns ziemlich auf die Nerven geht.
Durch die Zeit, die Mathilda und Kristoffer miteinander verbringen, lernen sie sich etwas besser kennen und ganz sacht entsteht eine Liebesgeschichte, die sich früh andeutet, jedoch nicht sofort präsent ist. Es braucht einige Zeit, bis sie sich ihre Gefühle eingestehen, schließlich kämpfen sie eigentlich auch für verschiedene Dinge. Die Atmosphäre ist insgesamt ruhig in der Geschichte, es gibt kein riesiges Drama oder den mega Krach, aber es gibt Unstimmigkeiten, Missverständnisse und durch den Versuch von Mathilda den Umbau der Farm zu verhindern auch das eine oder andere eingesetzte Mittel, das vielleicht nicht ganz „rechtens“ ist. Daher entwickelt sich die Geschichte zwischen den Protagonisten nicht stetig und geradlinig, es braucht schon auch klärende Gespräche, die Auseinandersetzung mit den eigenen Gedanken und Gefühlen und das Akzeptieren von Kompromissen.
Da die Geschichte wieder aus den beiden Ich-Perspektiven der Protagonisten geschildert wird, kann man den Entwicklungen gut folgen und man bekommt Einblicke in beide Sichtweisen. So hat man gegenüber dem anderen Protagonisten manchmal einen kleinen Wissensvorsprung. Die Gedankengänge und Emotionen mitverfolgen zu können, bringt einem die Charaktere näher und lässt besser nachvollziehen, wieso sie für die eine oder andere Seite kämpfen, wie ihre Sichtweisen aufgewühlt werden durch die Entwicklungen in Lillaström und wie auf verschiedene Weisen auch ein gewisses Umdenken und Neuplanen beginnt.
In einigen Passagen wäre etwas mehr Tiefe schön gewesen, viele Dinge bleiben eher oberflächlich betrachtet. Ich mochte aber, dass die Unstimmigkeiten zwischen den Charakteren nicht so künstlich aufgebauscht wurden. Das passte gut zu der insgesamt eher ruhigen Atmosphäre der Geschichte. Die im Titel erwähnten Äpfel spielen auch immer wieder eine Rolle in der Handlung.
Fazit
Eine schöne, eher ruhige Liebesgeschichte in dem kleinen, fiktiven Örtchen in Schweden. Ich mochte die eher unaufgeregte Entwicklung in der Handlung, in der dennoch auch Unstimmigkeiten und Missverständnisse enthalten sind. Die Atmosphäre ist eher idyllisch und man kann die Naturbeschreibungen genießen, während man die Ereignisse rund um Mathilda, Kristoffer und die Apfelfarm verfolgt.


