Rezensionsexemplar
![]() © Piper | Liars all around me Clara Blais erschienen im Februar 2026 368 Seiten . hier geht’s zum Verlag → Piper . |
Spannend bis zum Schluss
Obwohl Ryle sich seines schlechten Rufs an der Schule bewusst ist, überrascht es ihn, als die Musterschülerin Avery ihn darum bittet, ihr eine Waffe zu besorgen. Ryle lehnt ab. Als wenige Tage später ihre Mitschülerin Sheila Parker erschossen aufgefunden wird, ist für ihn die Täterin offensichtlich. Doch Avery schwört, es nicht gewesen zu sein, und setzt alles daran, ihre Unschuld zu beweisen, bevor es zu spät ist. Widerwillig lässt Ryle sich darauf ein, ihr zu helfen. Während die beiden zwischen Misstrauen und Anziehung hin- und hergerissen sind, geraten sie in ein Netz aus Lügen und Geheimnissen, das die gesamte Stadt umspannt. Klappentext: Piper
Liars all around me ist ein Jugendthriller, der mich durchweg gut unterhalten konnte.
Nach dem Tod der Mitschülerin hat Ryle sofort einen Verdacht, da Avery ihn kurz zuvor nach einer Waffe gefragt hatte. Doch das wäre etwas einfach, oder? Zumal Avery natürlich ihre Unschuld beteuert. Gemeinsam beginnen die Teenager zu ermitteln, was tatsächlich passiert ist, während gleichzeitig auch die Polizei Nachforschungen anstellt, dabei aber weniger gewissenhaft vorzugehen scheint. Allerdings wird es ihnen durchaus auch schwer gemacht, wenn die Teenager ihnen immer wieder mögliche Beweise vor der Nase wegschnappen und verstecken.
Im Verlauf der Geschichte kommen zahlreiche kleine Geheimnisse und Lügen ans Licht, die den Verdacht in immer neue Richtungen lenken. Ein Teil der Auflösung deutet sich ab der Mitte des Buches an. So konnte mich das Ende in diesem Punkt zwar nicht mehr überraschen (in einem anderen allerdings schon), die Handlung lebt allerdings zusätzlich von der Entwicklung der Charaktere.
Ryle und Avery sind erfüllt mir Vorurteilen übereinander, daher beginnt ihre Zusammenarbeit mit Misstrauen und Beschuldigungen.
Über Ryle kursieren in der Schule zahlreiche Gerüchte, die ihm nach außen eine düstere, unnahbare Aura verleihen. Die Kapitel aus seiner Sicht zeichnen aber einen ganz anderen Menschen: einen liebevollen Bruder und gewissenhaften Sohn, der in prekären Verhältnissen aufwächst.
Avery scheint alles zu haben – gute Noten, ein großes Zuhause, reiche Eltern. Aber auch hier trügt der Schein, denn die Jugendliche steht aufgrund hoher Erwartungen unter großem Druck, mit dem sie nur schwer umgehen kann.
Nur zögerlich lassen die zwei einander hinter die Fasse blicken und geben sich gegenseitig Einblicke in die Probleme, die ihr Leben prägen. Aus der Zwangsgemeinschaft wächst langsam Vertrauen und Zuneigung. Die zarte Entwicklung ist nachvollziehbar dargestellt, mit Rückschlägen und Zweifeln.
Fazit
Zahlreiche Geheimnisse und immer neue Hinweise machen die Handlung durchweg spannend. Die sich langsam entwickelnde Beziehung zwischen den Hauptfiguren, die aus so unterschiedlichen Verhältnissen kommen und jeweils ihre ganz eigenen Sorgen mitbringen, ist gut eingebunden und bringt über den Mordfall hinaus ernste Themen mit sich.

Ich danke dem Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.
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