[gelesen] Die Lichtstein-Saga 3. Fineas von Nadine Erdmann

©Greenlight Press
Fineas

Die Lichtstein-Saga 3
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Nadine Erdmann
erschienen September 2020
413 Seiten
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Greenlight Press
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abwechslungsreiche Mischung: sehr spannend, tolle Figurenentwicklung, unbekannte Völker, weitere Herausforderungen, neue Gefahren

Achtung: dritter Band! Vorwissen zum Lesen erforderlich. Meine Rezension kann kleine Spoiler in Bezug auf die ersten Bände der Reihe enthalten.

Bereits die ersten beiden Reisen zu den Lichtsteinen haben gezeigt, dass es alles andere als ein einfacher Spaziergang ist, die Steine sicher in die Kapelle in Burgedal zu bringen. Auf die jungen Cays warten verschiedene Herausforderungen, Gefahren, teilweise ziemlich eigensinnige Völker und alles überschattend auch noch der machthungrige, mit Finsternis behaftete Konstantin, der um jeden Preis verhindern will, dass Caya in voller Macht erstrahlen kann. Für die dritte Reise zu den Drachen müssen ausgeklügelte Pläne geschmiedet werden, um überhaupt eine Chance zu haben, den Lichtstein Fineas lebens zu erreichen. Aber kann es gelingen, ihre Gegner auszutricksen?

Es gibt innerhalb des Buches kleine Rückblenden, die flüssig in die Handlung eingebaut sind. Die Figuren erinnern sich an vorausgegangene Ereignisse, Gefahren, Verletzungen und Hürden. Einige davon haben einen direkten oder indirekten Einfluss auf den Fortgang der aktuellen Geschehnisse, andere dienen eher zum Informationsaustausch, auch mit anderen Völkern. So kann man kleine Erinnerungslücken bestimmt wieder auffüllen, um der Geschichte insgesamt gut folgen zu können, sollte man „Aquilas“ und „Andolas“ aber auf jeden Fall kennen. Einem entgeht sonst auch viel von der Figurenentwicklung, die bereits in Band eins beginnt und sich über die Reihe dann stetig fortsetzt.

Seit dem erfolgreichen, aber nicht unproblematischen Abschluss der letzten Reise ist für die Cays nicht viel Zeit vergangen. Obwohl es ihnen guttun würde, wenn sie sich länger ausruhen, regenerieren und Kraft tanken könnten, drängt die Zeit, vor allem weil ihr Gegner immer mächtiger wird. Die Nachwirkungen der letzten Reise machen sich bei Antritt ihres neuen Abenteuers bemerkbar, doch es ist nicht die einzige Schwierigkeit, der sich die Freunde stellen müssen. Auf ihrem Weg zu den Drachen müssen sie sich einigen erwarteten und unerwarteten Herausforderungen stellen, treffen auf ziemlich fiese Wesen und ungeahnte Hilfen. Die Reise wird sehr abenteuerlich und teilweise richtig turbulent, bietet neben all den Hürden aber auch den Raum für die Charaktere, ihre Stärken zu zeigen, noch mehr zusammenzuwachsen und sich insgesamt zu entwickeln.

Der Schreibstil von Autorin Nadine Erdmann ist wie gewohnt flüssig, mitnehmend und vielseitig. Ich mag die facettenreiche Mischung aus Spannung, Worldbuilding, aufgedeckten oder neu aufgeworfenen Fragen und Geheimnissen, Emotionen und Figurenentwicklung richtig gern. Während der Geschichte begleitet man verschiedene Gruppen von Figuren, wodurch man einen guten Überblick über die Handlung bekommt, die im Verlauf des Buches dann wieder zu einem großen Strang zusammenläuft. Allerdings ist man weite Teile des Bandes schon eher mit den kleinen Gruppen unterwegs, was es aber nicht weniger spannend macht. Im Fokus stehen dabei natürlich die Cays, die sich ihrer nächsten Reise zum Lichtstein stellen müssen. Liv, Noah, Ari und Kaelan sind inzwischen sehr gute Freunde geworden und jeweils zwei von ihnen befinden sich auch in einer engeren Bindung zueinander. Das bietet zusätzlichen Halt, bringt aber auch noch größeres Sorgenpotenzial mit sich, sobald einem etwas passiert. So müssen die Protagonisten sich nicht nur den Anforderungen der Reise stellen, sondern auch noch mit ihren eigenen Gefühlen umgehen und klarkommen. Dabei gibt es aber natürlich auch zahlreiche positive Emotionen und kleine Glücksmomente, selbst wenn rundrum vieles nicht so glatt läuft, wie die Cays es sich wünschen würden.
Man taucht mit diesem Band noch intensiver in die Welt Interria ein und lernt zwei weitere Völker kennen. Es war interessant und faszinierend, wie diese Leben und was sie für Fähigkeiten haben. So wird auch das Setting noch komplexer und abwechslungsreicher, bietet noch mehr Möglichkeiten, aber auch Schwierigkeiten. Was genau da auf die Cays zukommt, verrate ich natürlich nicht, aber mir haben die Entwicklungen gut gefallen, auch weil die Charaktere ihre in ihrem Verhalten sehr authentisch und stimmig sind- manchmal sehr zum Leidwesen der Mitreisenden.
Umso weiter das Buch voranschreitet, umso spannender und packender wird die Handlung. Man steuert unaufhaltsam auf einen Punkt zu, an dem Fronten aufeinanderprallen werden und der Ausgang dieser Auseinandersetzung ungewiss ist. Ich konnte mit den Figuren mitfiebern, habe Daumen gedrückt, mich über Erfolge gefreut und bei Misserfolgen und Gefahren mit ihnen gebangt. Und auch danach bleiben noch zahlreiche Fragen offen, mit denen die Autorin die Lesenden aus dem Band entlässt und man sich nur denkt: hier kann man doch nicht aufhören! Man möchte einfach weiterlesen und erfahren, was es mit den Andeutungen, Geheimnissen und den bisherigen Lügen auf sich hat.

Fazit

Eine sehr gelungene, spannungsgeladene, mitreißende Fortsetzung, in der sowohl Turbulenzen als auch emotionalere Entwicklungen ihren Platz finden. Es gibt neue Völker mit ihren ganz individuellen Eigenarten und faszinierenden Fähigkeiten, authentische Figurenentwicklungen, dramatische Herausforderungen, ungeahnte Wendungen, kleine Momente fürs Herz und kleine Neckereien zwischen den Charakteren, die auch mal für ein Schmunzeln sorgen. Sehr abwechslungsreich, dynamisch und fesselnd erzählt Autorin Nadine Erdmann von der dritten Reise der Cays.

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