Rezensionsexemplar
![]() ©Ravensburger, Hans im Glück | Carcassonne Labyrinth . Klaus-Jürgen Wrede, Max J. Kobbert erschienen September 2016 ab 8 Jahren 1-4 Spieler Spielzeit: ca. 30 Minuten . . hier geht’s zum Verlag → Ravensburger . |
tolles Gesellschaftsspiel
Wir spielen sehr gern verschiedene Gesellschaftsspiele, ob Kartenspiel, Brettspiel oder etwas mit Würfeln – wir sind da nicht festgelegt und wir tauschen auch gern mal durch, was auf den Tisch kommt. Da schaut man natürlich immer mal nach neuen Spielen, die etwas für einen sein könnten. Dass es mit „Vorabspielen“ jetzt eine Plattform gibt, auf der man Spiele vorgestellt bekommt, bevor sie erscheinen, war daher natürlich interessant.
Als ich gesehen habe, dass es eine Kombination der Spiele „Carcassonne“ und „Das verrückte Labyrinth“ gibt, war ich sofort neugierig. Auch wenn es schon etwas her war, dass ich „Das verrückte Labyrinth“ gespielt hatte, konnte ich mich noch gut erinnern, dass wir es früher viel gespielt haben und wir besitzen das Spiel auch noch. Carcassonne haben wir ebenfalls und spielen es sehr gern. Es ist jedes Mal anders, wie gut man seine Plättchen platzieren kann und wie man mit seinen Punkten vorankommt. Diese beiden Spielprinzipien zu vereinen, klang total interessant und auch beim Spielen hat sich diese Erwartung dann bestätigt.
Beide Spielweisen bleiben erhalten: es gibt Symbole, zu denen man mit den zurechtgeschobenen Wegen gelangen muss und man bekommt Plättchen, mit denen man Wege und Städte bauen muss, um Punkte zu erhalten.
Natürlich gibt es ein paar Aspekte, die wegfallen oder verändert wurden, aber das ist ja auch zu erwarten, wenn man ein neues Spiel daraus macht. Dafür gibt es dann aber auch neue Möglichkeiten, um weitere Punkte zu bekommen.
Die größte Umstellung war für mich, dass auf fast jedem Plättchen Wege enthalten sind, das macht das Bauen der Burgen schon noch mal anders als man es kennt. Auch die Bepunktung an sich ist anders, aber das fiel mir sehr leicht und es passt auch gut zur Spielweise.
Aufmachung/Optik:
Die Aufmachung des Spiels ist unglaublich toll. Sehr liebevoll mit vielen schönen Details wurden die Plättchen gestaltet. Es macht richtig Spaß sich die einzelnen Figuren und Abbildungen anzuschauen und man entdeckt auch immer noch wieder Neues, was einem zuvor nicht aufgefallen ist, weil man vielleicht mehr auf das Spiel und nicht so sehr auf die Bilder konzentriert war. Manche Elemente lassen einen an Märchen oder andere Geschichten denken.
Spielanleitung:
Die Spielanleitung ist gut verständlich und übersichtlich aufgebaut. Es gibt für verschiedene Aspekte kleine Abbildungen, die gut verdeutlichen, was erlaubt ist und was nicht, wie Punkte gezählt werden und was man dafür beachten muss. Die Anleitung ist gut gegliedert, so dass man auch schnell finden kann, was man sucht.
Die Spielanleitung liegt auch direkt in mehreren Sprachen bei.
Wenn man die beiden Grundspiele kennt, ist es sicher noch leichter, sich in das neue Spielprinzip reinzufinden, weil einem manche Regeln einfach bekannt sind. Aber selbst wenn man die anderen Spiele nicht kennt, wird es leicht möglich sein, sich hier in das Spielprinzip reinzulesen. Schritt für Schritt wird erklärt, wie gespielt wird. Und spätestens, wenn man es dann einfach eine Runde spielt, ergibt sich vieles von selbst. So wird es auch für Kinder (vom Verlag angegeben ab 8 Jahren) gut spielbar sein.
Umso häufiger wir es gespielt haben, umso mehr hat man dann auch auf verschiedene Dinge geachtet. Nicht immer war am Ende wichtig, dass wir unseren Schatz noch finden, manchmal haben wir mehr Wert darauf gelegt, Wege oder Burgen abzuschließen, damit man dafür noch Punkteplättchen bekommt. Man entwickelt so seine Strategien und doch ist es jedes Mal wieder anders, je nachdem, welche Plättchen man zum Bauen zu Verfügung hat.
Vorbereitungszeit
Das Spiel ist leicht vorzubereiten und aufzubauen. Es dauert nicht lange, bis man die Plättchen im Labyrinth verteilt und die zum Nachziehen bereit gelegt hat. Je nachdem, ob man das Grundspiel oder die „Profivariante“ spielt, braucht es noch ein paar Karten mit weiteren Symbolplättchen. Jeder braucht dann noch eine Farbe und seine eigenen Schatzplättchen und dann kann es auch schon fast losgehen.
Ich hab mir die Wappen- und Schatzplätzchen in kleine Tütchen getan, damit sie nicht los in der Packung rumfliegen. Im Spiel enthalten ist eine Tüte, in der die vier Spielfiguren und Kronen drin sind. Die könnte man natürlich auch rausnehmen oder die kleinen Plättchen einfach dazu legen. Für eine bessere Ordnung habe ich sie einzeln gepackt. Das spart dann bei der Vorbereitung auch Zeit, weil man gleich sieht, was wo ist und was man benötigt.
Ansonsten ist die Box aber gut aufgebaut, es waren noch zwei Trennstreifen dabei, damit man die Plättchen, die man im Labyrinth legt und vor sich baut, gut sortieren kann. Die Markierungen an den Seiten helfen zusätzlich dabei, dass es übersichtlich ist und man weiß, wo man was in der Kiste findet.
Spielzeit:
Die Spielzeit variiert ein wenig, je nachdem, mit wie vielen Personen man spielt. Allein ist man schneller, als mit Mitspielern. Mit zwei Spielern haben wir meistens so 20-30 Minuten gebraucht. Hat man 3 oder 4 Spieler dauert es etwas länger, man muss mehr überlegen, einem werden die Wege schneller verschoben – manchmal natürlich aber auch perfekt vorbereitet, wenn derjenige, der vor einem spielt, zum gleichen Symbol muss.
Spielerlebnis:
Uns hat jede Runde richtig viel Spaß gemacht. Wir haben mit dem Grundspiel angefangen und man war wirklich schnell im Spielprinzip drin. Jede Runde war dennoch anders, weil man, je nach Anzahl der Spieler, unterschiedlich viele Plättchen im Spiel hat und sie eben auch verschieden liegen – dementsprechend ergeben sich immer andere Möglichkeiten, wie man schieben, bauen und laufen kann. Selbst in den Runden, in denen ich haushoch verloren habe, hatte ich viel Spaß. Besonders schön macht es die Aufmachung des Spiels, weil man neben dem eigentlichen Spielen auch immer wieder liebevolle Details entdecken kann. Wie viele seiner persönlichen Schatzkarten man erreicht, hat bei uns stark variiert. Mal hat man in jedem Zug einen Schatz erreicht, mal hat es auch 3-4 Züge gedauert, bis man dort war, weil die Wege einfach total verbaut gewesen sind. Entsprechend unterschiedlich war es, wie viele Teile man zum Bauen zur Verfügung hat. Auch wenn man gewisse Vorlieben entwickelt, wie man vielleicht gern baut und auf welche Plättchen man daher aus ist, es ist eben doch nicht immer so vorherzusehen, ob das dann auch klappt.
Nach einigen Runde mit dem Grundspiel waren wir dann auch neugierig auf die „Profivariante“, in der es dann etwas komplexer wird was das Durchdenken des Bauens angeht.
Profispiel:
In der Profivariante kommen zum Grundspiel noch ein paar Auftragskarten dazu, mit denen man zusätzliche Punkte/Wappen sammeln kann. In der Anleitung sind ein paar Varianten vorgeschlagen, mit denen man spielen kann. Man kann die Aufträge jedoch auch selbst kombinieren und sich da durchprobieren. Wir haben festgestellt, dass sich die Spieldynamik durch die zusätzlichen Aufträge schon verändert. Man muss sich entscheiden, worauf man am meisten Wert legt bzw. baut seine Straßen und Städte eben anders als im Grundspiel.
Wir haben das Spiel nicht mit Kindern gespielt. Ich denke aber, wenn sie das Grundspiel gut verstanden haben, dann sollten auch die zusätzlichen Aufträge machbar sein. Man kann sich da ja für den Beginn eine leichte Kombination raussuchen und muss nicht gleich die kompliziertesten Aufgaben bereithalten.
Solospiel:
Ich habe das Spiel auch solo gespielt und finde es toll, dass es diese Variante gibt. Wenn gerade kein Mitspieler da ist, muss man trotzdem nicht auf das Spielerlebnis verzichten. Die Regeln sind im Grunde die gleichen wie im normalen Spiel, man muss nur ein paar Kleinigkeiten beachten bzw. die Wertung läuft am Ende dann etwas anders, weil man ja keine weiteren Mitspieler hat. Das Schöne dabei ist: man kann sich nur selbst die Wege verbauen. 😉 Niemand sonst schiebt irgendwas in eine Richtung, die für einen selbst ungünstig ist oder nimmt einen etwas weg.
Allerdings ist auch das natürlich keine Garantie für Erfolg, denn die richtigen Laufwege muss man eben trotzdem erst mal hinbekommen. Da die Plättchen jedes Mal anders gemischt sind, ist auch hier jede Spielrunde anders und meine Ergebnisse waren dementsprechend nicht jedes Mal gleich. Mal bin ich ganz gut voran gekommen, mal lief es eher schleppend, Spaß gemacht hat es aber in jeder Variante.

Fazit
Ein richtig tolles Gesellschaftsspiel, das die beiden Klassiker auf eine schöne Weise miteinander kombiniert. Beide Spielprinzipien bleiben erhalten und doch gibt es einige Neuerungen. Uns hat jede einzelne Runde viel Spaß gemacht. Besonders vielseitig wird das Spiel durch die Möglichkeiten mit den zusätzlichen Auftragskarten zu spielen oder „nur“ beim Grundspiel zu bleiben.

Ich danke dem Verlag und Vorabspielen für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

