[gelesen] The Spell of a Witch von Sandra Werning

Rezensionsexemplar

© Impress
The Spell of a Witch
The Spell of a Witch 1
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Sandra Werning
erschienen im März 2025
276 Seiten
ab 12 Jahren
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Carlsen/Impress

 Welt mit Potenzial, Protagonistin anstrengend

Bisher kannte Ava Hexen nur aus den Erzählungen ihrer Mutter, die bis in ihr Teenageralter darauf gehofft hatte, dass Ava selbst ebenfalls eine Hexe werden würde. Für die junge Frau war nie ganz greifbar, ob sich ihre Mutter diese Dinge nur ausdachte oder es gute Gründe gab, wieso sie an magische Wesen glaubte. Als Ava, kurz nach ihrem Umzug in eine andere Stadt, dann jedoch von einem Hexenjäger angegriffen wird, steht ihre Welt plötzlich Kopf. Wieso sollte jemand Interesse an ihr haben, wenn sie doch gar keine Kräfte besitzt und nicht zur magischen Welt gehört? Wenn Ava eine Wahl hätte, würde sie weiterhin einfach alles ignorieren und sich ihr neues Leben aufbauen, doch die Gefahren kehren wider und ihre einzige Möglichkeit scheint es zu sein, in der Nähe des Schattenmagiers Shay zu bleiben. Durch ihn taucht sie in die für sie bisher verborgene magische Welt ein und muss sich zahlreichen Herausforderungen stellen, einschließlich der Schwierigkeit, dem attraktiven, aber ziemlich arroganten Magier zu widerstehen.

Nach dem Lesen des Auftakts bin ich etwas unentschlossen, ob ich auch den zweiten Band der Dilogie noch lesen werde. Da nur noch ein weiterer Band fehlt, um das Ende der Geschichte zu kennen, wäre es möglich. Insgesamt hat mich die Geschichte aber nicht so überzeugt, dass ich darauf brenne, weiterzulesen.

Protagonistin Ava ist unwissend, was die magische Welt angeht, wenn man davon absieht, dass ihre Mutter ihr jahrelang erzählt hat, dass es die magische Welt gibt. Dass es jedoch nicht nur Geschichten waren, sondern das Wissen über Magie und verschiedene Wesen der Wahrheit entspricht, erfährt Ava erst als sie Anfang 20 ist und in Gefahr gerät. So bekommt man als Leser die Möglichkeit, gemeinsam mit ihr Stück für Stück mehr zu erfahren. Teilweise sind ihre Gesprächspartner jedoch nicht so auskunftsfreudig und an verschiedenen Stellen wird ihr nur das allernötigste erzählt, gleichzeitig erwartet man jedoch, dass sie sich trotzdem an Anweisungen hält. Wie zu erwarten, tut Ava das nicht immer und bringt damit sich und manchmal auch andere, zusätzlich in Gefahr. Sicherlich ein Zusammenspielt der Gesamtsituation, dennoch habe ich die Protagonistin teilweise als anstrengend empfunden.
Ava ist überfordert, was verständlich ist. Dass es nicht leicht ist, zu glauben, was ihr erzählt wird, kann man ja auch verstehen. Trotzdem ist sie ja auf die Informationen angewiesen, die ihr gegeben werden und wenn man von etwas so gar keine Ahnung hat, dann wäre es manchmal eben auch besser, erst mal auf das zu vertrauen, was einem gesagt wird, damit man sich nicht noch mehr in Gefahr bringt, als man es eh schon ist. Ihr Bedürfnis zu helfen, ist an sich natürlich eine gute Eigenschaft, wenn man selbst jedoch eigentlich gar nichts ausrichten kann, sollte man sich vielleicht auch nicht in eine Situation stürzen, in der man höchstwahrscheinlich sterben wird. Ganz nach dem Motto “ Ich habe keine Magie, ich kenne diese Welt hier kaum, mir wurde gesagt, ich soll weglaufen und mich in Sicherheit bringen, weil das wichtig wäre, aber darauf geb ich mal so gar nichts…. natürlich renne ich zurück, bringe mich in Gefahr, lenke denjenigen ab, der mich eigentlich beschützen wollte und dann passt das schon“….
Es ist kein „neues“ Verhalten für eine Protagonistin, ich habe sowas schon in anderen Geschichten gelesen, vielleicht inzwischen auch einfach zu oft. Mich hat dieses Verhalten auf jeden Fall genervt. Wenn man sonst eher unsicher und stellenweise naiv ist, muss man vielleicht auch nicht plötzlich die ganze Welt retten wollen.
Da die Geschichte aus der Ich-Perspektive der Protagonistin geschrieben ist, bekommt man detaillierte Einblicke in ihre Gedanken- und Gefühlswelt und erlebt auch ihre spontanen Reaktionen und Entscheidungen sehr intensiv mit.

Dass es eine gewisse Anziehung zwischen ihr und Shay gibt, sorgt für zusätzlichen Zündstoff. Auch hier ist das Verhalten der Charaktere schwankend. Sie schleichen umeinander herum, spüren beide, dass da etwas ist, jedoch sind ihre Herangehensweisen und Ziele scheinbar doch sehr verschieden. In diesem Aspekt der Handlung ist noch nicht alles so ganz greifbar, hier gibt es kleine Veränderungen und Wendungen und da gibt es auch noch einige Punkte, die sicher dann in der Fortsetzung geklärt werden.

Die magische Welt an sich ist schon interessant. Man lernt schon einige Wesen und Kräfte kennen, bekommt einen Eindruck von der Welt an sich und den dort vorherrschenden Regeln. Auch hier bleiben noch einige Fragen offen, die insgesamt jedoch eher neugierig machen. Immer wieder wird auch deutlich, dass nicht alle Außenstehenden von der Mission, auf der Ava und die anderen sich befinden, wissen dürfen. Wem sie wirklich vertrauen können und wem sie besser eine andere Geschichte auftischen, ist für sie nicht immer ganz leicht zu unterscheiden.
Gut gefallen haben mir auch die tierischen Begleiter, die immer mal wieder an verschiedenen Stellen eine Rolle spielen und teilweise auch eine Unterstützung für die Charaktere sind.

Fazit

Ein Auftakt, der mich mit gemischten Gefühlen zurücklässt. Die Welt und die Gegebenheiten, wieso Ava von der Magie erfährt, sind schon interessant angelegt. Leider empfand ich die Protagonistin jedoch eher als anstrengend, wodurch mich einige Aspekte der Handlung dann eben auch nicht ganz so überzeugt haben.

Ich danke dem Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

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