
Die geisterhaften Teehaus-Krimis 1 bis 4
Karen Sue Walker – 289 bis 378 Hörminuten- gesprochen von Marie Jakobeit- Laragray Press– 2025
April May ist entschlossen einen Neuanfang zu machen. Selbst mit fast 50 Jahren ist man dafür nicht zu alt. Als sie vor einem charmanten, zum Verkauf stehenden Haus steht, entwickelt sich in ihrem Kopf schnell eine Idee: aus diesem Gebäude macht sie einen Teesalon, in dem sie viele verschiedene Tees, Sandwiches, Scones und anderes kleines Gebäck anbieten wird. Doch so schnell der Plan auch gefasst ist, so schwierig gestalten sich dann manch andere Dinge. Nicht nur, dass April beginnt an ihrem Verstand zu zweifeln, da sie einen Geist in ihrer Küche sieht, auch einige der Einwohner scheinen ihr nicht unbedingt freundlich gegenüber zu treten, obwohl sie ihnen nichts getan hat. Und dann taucht auch noch eine Leiche in der Kühlkammer auf. Ob ihre Idee von einem Teehaus schon zum Scheitern verurteilt ist, bevor sie überhaupt eröffnet hat?
Ich bin durch Zufall auf diese Cosy Crime Reihe gestoßen und hatte daher auch keine großen Erwartungen. An vielen Stellen ist die Handlung eher seicht und plätschert auch mal vor sich hin. Da es jedoch auch immer mal wieder Todesfälle, Unfälle und andere Verstrickungen, Geheimnisse und Intrigen gibt, haben April und ihre neuen Freundinnen immer wieder was zu tun. Gemeinsam versuchen sie mehr Informationen zu den Verbrechen zu bekommen und damit die örtliche Polizei zu unterstützen – oder auch ihnen zuvor zu kommen, je nachdem, wie kooperativ und gewillt diejenigen so sind. In jedem der Bücher gibt es ein anderes Ereignis, das in den Fokus der Geschichte rückt. Rundrum geht es um die Entwicklungen in Aprils Privatleben sowie die Gegebenheiten im Teehaus. Um bekannter zu werden, gibt es zum Beispiel verschiedene Veranstaltungen und es werden neue Rezepte ausprobiert.
Einige der Entwicklungen und Auflösungen sind recht offensichtlich, manche andere Dinge waren dann aber doch überraschender und gut angelegt, damit man nicht sofort alles durchschaut. Es verläuft auch längst nicht alles geradlinig, es gibt immer mal wieder Stolpersteine und auch kleine Gefahrensituationen, in die April oder eine der anderen Figuren gerät. So gibt es innerhalb der Bücher auch immer mal kleine Spannungsmomente.
Dass April in ihrer Küche einen Geist leben hat, hat zuerst für ziemlich viel Unsicherheit bei der Protagonistin gesorgt, irgendwann erkennt sie jedoch auch etwas Positives darin, denn der Chefkoch hat noch immer viele Tipps für sie und so gelingen ihr die Rezepte gleich doppelt so gut. Außerdem kann er hin und wieder auch ihr zusätzliches Auge oder Ohr sein, wenn im Teehaus mal wieder etwas undurchsichtiges vor sich geht.
Im Verlauf der Reihe erzählt April der einen oder anderen Person in ihrem Umfeld auch von ihrer Gabe, es ist aber keine Information, die allgemein im Ort bekannt ist. Mit der Zeit bleibt der Chefkoch in ihrem Haus auch nicht der einzige Geist, mit dem April kommuniziert. Die Begegnungen haben dann allerdings eher mit den Fällen zu tun, die sie aufklären möchte.
An einigen Stellen würde ich mir wünschen, dass die verschiedenen Emotionen der Charaktere etwas intensiver gelesen wären. Manche Abschnitte sind mir einfach etwas zu platt runtergelesen. Insgesamt kann man der Sprecherin aber gut folgen und mit der Zeit habe ich mich auch gut reingehört, so dass ich die verschiedenen Personen voneinander unterscheiden kann.
Fazit
Eine unterhaltsame Cosy-Crime-Reihe, die beim Zuhören auf jeden Fall Spaß macht, auch wenn sie mich nicht in jedem Punkt komplett überzeugt und manches schon sehr vorhersehbar ist. Die Geschichten lassen sich aber gut weghören und wodurch in jedem Band ein neuer Fall da ist, ist es auch nicht langatmig und es passiert immer mal wieder etwas Neues. Parallel geht es auch im Privatleben der Protagonistin Stück für Stück voran. In jedem Buch ist der Fokus etwas anders gelegt, mal geht es mehr um April, mal mehr um das Teehaus oder der Fall selbst steht direkt im Mittelpunkt.

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