[gehört] Lage, Lage, Leiche – Mörderische Nachbarschaft von Ann-Kathrin Karschnick

©Audible Studios
Mörderische Nachbarschaft
Lage, Lage, Leiche 1
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Ann-Kathrin Karschnick
gesprochen von Josefine Preuß, Heikko Deutschmann
erschienen August 2025
ungekürzte Lesung: 564 Minuten
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eine Nachbarschaft voller Geheimnisse

Eigentlich wollte Laura Hofmann nicht so schnell zurück nach Hamburg, doch als die Immobilienmaklerin ein tolles Jobangebot dort bekommt, kann sie kaum absagen. Sie soll in den nächsten Monaten 30 Einfamilienhäuser mit Grundstücken in einem noblen Hamburger Wohnviertel verkaufen und darf in der Zeit in einem Musterhaus wohnen. Das bringt natürlich viel Arbeit mit sich, da sie ihre Bleibe immer wieder für Besichtigungen herrichten muss, gleichzeitig versucht sie sich in der Nachbarschaft soweit einzufinden, dass sie die Grundstücke noch mehr bewerben kann. Allerdings werden ihr schon gleich zu Beginn so einige Stolpersteine in den Weg gelegt, denn kaum ist sie angekommen, findet sie im Garten ein Päckchen Drogen. Das könnte natürlich ein dummer Zufall sein, doch als dann noch mehr in der Nachbarschaft passiert, beginnt die junge Frau zu zweifeln. Sie taucht Stück für Stück tiefer in die Gemeinschaft ein und entdeckt dabei das eine oder andere Geheimnis – manche harmlos, andere sehr pikant oder sogar gefährlich. Für Laura beginnt ein Spiel mit dem Feuer, denn auch in ihrer eigenen Vergangenheit gibt es einige Geheimnisse, die besser nicht ans Licht kommen sollten.

Die Geschichte braucht ein wenig, bis sie Fahrt aufnimmt. Zu Beginn geht es recht gemächlich zu, natürlich muss Laura sich auch erst mal in ihrer neuen Umgebung einfinden, in die sie ja nur aufgrund ihres Berufes gezogen ist. Es gibt die ersten Begegnungen mit Nachbarn und erste Besichtigungen. Nebenbei erfährt man schon ein wenig von Laura, ihren Gedanken und Empfindungen. Erste Gespräche bringen einem die Nachbarschaft näher und vermitteln schon mal einen Eindruck, mit wem man dort vielleicht ganz gut klarkommen könnte und bei wem man vorsichtig sein sollte. Die Spannungskurve beginnt sehr flach, mit der Zeit wird die Handlung dann jedoch komplexer und bringt auch mehr Spannungsmomente mit sich. Es gibt mehr Geheimnisse und Verstrickungen, manche der Charaktere zeigen dann auch ihr wahres Gesicht, es gibt gefährlichere Situationen und Turbulenzen. Zwischendurch gibt es aber auch immer wieder Augenblicke, in denen eher das „normale“ Nachbarschaftsleben im Mittelpunkt steht, auch wenn einige dieser Passagen durchaus dafür genutzt werden, mehr herauszufinden oder praktische Informationen zu streuen.

Die meiste Zeit wird die Handlung aus der Sicht von Laura geschildert, so dass man von ihr am meisten erfährt und mitbekommt, wie sie versucht, Beruf und ihr Privatleben unter einen Hut zu bekommen und gleichzeitig niemanden davon erfahren zu lassen, was sie für eine Vergangenheit hat. Was es dort alles herauszufinden gäbe, erfährt man mit der Zeit dann natürlich auch. Einige Aspekte davon haben später im Verlauf dann auch einen direkten Einfluss auf die Entwicklungen in der Handlung.
Zwischendurch gibt es ein paar Randbemerkungen, die gewisse Situationen noch mal genauer Erklärungen oder einfach zusätzliche Hinweise geben. Diese werden vom männlichen Sprecher übernommen.
Im Verlauf der Geschichte kommt dann noch die Perspektive einer männlichen Figur dazu, die ebenfalls vom Sprecher übernommen wird. Durch die Trennung mit Sprecherin und Sprecher kann man immer direkt zuordnen, mit wem man gerade unterwegs ist. Als Zuhörer hat man durch die Abschnitte mit dem Mann auch einen Wissensvorsprung, da die Figur dort Dinge offenbart, die sein Umfeld noch nicht weiß und eigentlich auch nicht wissen soll. Das eine oder andere hat man durch den Handlungsverlauf schon vermutet, trotzdem war es cool, dort die Bestätigung zu bekommen und weiter zu verfolgen, wie die anderen im Dunklen tappen. Ich empfand es daher nicht als störend, dass man etwas mehr wusste.
Ich empfand beide Stimmen als angenehm, man wurde gut in der Handlung mitgenommen, auch wenn die eine oder andere Emotion an manchen Stellen noch etwas intensiver hätte rüberkommen können. Tendenziell hat mir der männliche Sprecher ein wenig besser gefallen.

Insgesamt gibt es in der Geschichte einige Entwicklungen, die man gut vorausahnen kann, es gibt immer wieder aber auch kleine Überraschungen und Wendungen, so dass auch die Charaktere sich dann noch mal neu sortieren müssen. Es rücken auch immer mal wieder unterschiedliche Charaktere in den Fokus, wer an gewissen Verbrechen oder Ungereimtheiten Schuld sein könnte und wie alles zusammenhängt, denn die seltsamen Ereignisse häufen sich dann doch in der Nachbarschaft. In den Elbwiesen leben ganz verschiedene Menschen, so bringt jeder Charakter seine Eigenarten mit, die mal mehr, mal weniger zum Tragen kommen. Es sorgt auf jeden Fall für Abwechslung und stellenweise auch für Augenblicke zum Schmunzeln, auch wenn die nicht immer für lange halten, wenn es dann doch wieder um ernstere Themen, Geheimnisse und das Aufdecken der Schuldigen an den Verbrechen geht. Manche Situationen sind etwas sehr überspitzt

Fazit

Die Kombination aus, manchmal etwas schrägem, Nachbarschaftsleben, mit Grilltreffen, Kaffeeklatsch und Buchclub, dem Versuch von Laura ihren Job gut zu machen, ihre Chefin zufrieden zu stellen und Häuser an Kunden zu bringen, ihrem Bestreben, selbst nicht aufzufliegen, den kleinen und größeren Verbrechen und Geheimnissen, die nach und nach in der Nachbarschaft geschehen bzw. ans Tageslicht kommen und der Vergangenheit von Laura, die sie dann doch wieder einholt, sorgen für eine abwechslungsreiche Handlung, in der es immer wieder auch kleine Wendungen und Überraschungen gibt, auch wenn anderes vorhersehbar bleibt. Die eher flach beginnende Spannungskurve gipfelt am Ende dann auch in ziemlich turbulenten und gefährlichen Situationen für die Protagonisten. In den Elbwiesen ist definitiv einiges los, mit der Nachbarschaft wird es nicht so schnell langweilig.


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