![]() ©Audible Studios | Tod d’Azur und Dolce Vita Tod d’Azur und Dolce Vita 1 . Fiona Wilder gesprochen von Anne Düe, Richard Barenberg erschienen Juli 2025 ungekürzte Lesung: 708 Minuten . . |
cosy crime
Kleine und größere Verbrechen gibt es überall, so auch an der italienisch-französischen Rivera. Kommissaria Giulia Lombardi steht immer wieder vor neuen Problemen, die gelöst werden müssen. Manche Situationen lassen sich recht schnell aufklären, andere Verbrechen sind etwas verzwickter und es braucht länger, um hinter alle Verstrickungen zu kommen. Durch Zufälle und seine eigene Neugier ist auch der sympathische Taxifahrer François Bonnet immer wieder in die Fälle oder deren Aufklärung verwickelt. Ein eher ungleiches Duo, das offiziell natürlich gar nicht gemeinsam ermittelt und doch gemeinsam häufig erfolgreicher ist, als wenn einer allein versucht, weiterzukommen.
Innerhalb des Buches werden sechs Fälle thematisiert, die in gewisser Weise miteinander verknüpft sind, mal mehr, mal weniger. Durch die Verbindungen, die immer wieder hergestellt werden und auch neue Hinweise auf den Fall geben, der alles etwas zu umspannen scheint, entsteht ein flüssiges Gesamtbild.
Man begleitet beiden Protagonisten, nahezu abwechselnd, was es ermöglicht, die parallel laufenden und sich immer wieder verbindenden Handlungsstränge zu verfolgen und gleichzeitig Einblicke in die Gedanken, Alleingänge und Pläne gibt. Wodurch die Charaktere von verschiedenen Sprechern gelesen werden, können keine Verwechslungen entstehen. Es wird zu Beginn der Kapitel jedoch auch immer gesagt, wen man als nächstes begleitet. Die Stimmen der Figuren sind damit natürlich innerhalb des Buches immer etwas unterschiedlich, je nachdem welcher der Protagonisten gerade mit ihnen spricht. Für mich war es dennoch gut möglich, den Entwicklungen zu folgen, auch weil Giulia und François nicht dauerhaft mit den gleichen Personen zu tun haben. Ich fühlte mich von beiden Sprechern gut mitgenommen. Durch die Veränderungen in ihren Tonlagen und dem Sprechtempo unterstützen sie die Entwicklungen gut.
Guilia ist eine ehrgeizige Kommissarin, die strukturiert und planvoll an ihre Fälle herangeht, aber auch nicht abgeneigt ist, mal ohne ihre Kollegen loszuziehen, Recherchen zu betreiben oder auch Befragungen zu führen. Vor allem weil sie sich in letzter Zeit stellenweise etwas ungerecht behandelt fühlt von ihrem Vorgesetzten. Sie wirkt jedoch nicht total aufmüpfig, eher etwas eigensinnig, aber insgesamt auf eine sympathische Art und der Erfolg gibt ihr zusätzlich recht. Durch die anfallenden Ermittlungen ist Guilia immer wieder grenzübergreifend unterwegs. Da ist der Taxifahrer ihr durch seine Sprachkenntnisse eine zusätzliche Hilfe. François spricht französisch und italienisch, wodurch er öfter als Übersetzter dient, gleichzeitig die Kommissarin aber auch durch Einfälle und seine Neugier unterstützt. Immer wieder wird er auch auf unterschiedliche Weise in die Fälle verwickelt, wodurch er gezwungenermaßen Teil der Ermittlungen wird.
François mag seinen Job, meistens zumindest, auch wenn sein Vater für ihn gern eine andere Laufbahn gehabt hätte. Mit viel Spaß, Herzlichkeit und aufgelockerten Gesprächen ermöglicht er seinen Fahrgästen ein tolles Erlebnis in seinem besonderen Taxi. Er findet Guilias Arbeit jedoch auch sehr spannend und nutzt daher jede Gelegenheit, sich zu integrieren, Dinge in Erfahrung zu bringen und selbst Überlegungen anzustellen.
Im Verlauf des Buches bekommt man auch zu beiden ein paar private Einblicke und erfährt mehr zu ihren Vorlieben, Eigenarten und Plänen fürs Leben. Dass die beiden sich sehr gut verstehen, wird früh deutlich und ist für ihre Zusammenarbeit hilfreich. Allerdings schwingt manchmal auch mit, dass da durchaus mehr als freundschaftliche Gefühle entstehen könnten, wäre François nicht verheiratet.
Die Fälle die enthalten sind, sind alle etwas unterschiedlich, auch wenn es verbindende Elemente gibt. Natürlich gib es verschiedene Tote, ergänzt durch verschwundene Gegenstände, Betrug, Einbrüche und Drohungen. Insgesamt ist es eher cosy Crime, die Spannungskurve ist also nicht so enorm hoch, die Handlung ist jedoch interessant zu verfolgen und die sympathischen Figuren nehmen einen gut mit. Es macht Spaß zu begleiten, wie sich Stück für Stück mehr Zusammenhänge ergeben und sie Verstrickungen und Geheimnisse aufdecken. Das Mittelmeerflair lockert hin und wieder die Stimmung auf, auch wenn besonders die Kommissarin zu viel Arbeit hat, als dass sie wirklich ihre schöne Heimat genießen könnte. In einige Aspekte der Handlung geht man etwas tiefer rein, andere Dinge bleiben eher an der Oberfläche und werden nicht tiefgründiger beleuchtet. Die privateren Abschnitte bringen zusätzlich Abwechslung in die Geschichte und ermöglichen gleichzeitig ein besseres Kennenlernen der Protagonisten.
Fazit
Ein locker-leichter Krimi, in dem zwar verschiedene Verbrechen enthalten sind, in dem gleichzeitig jedoch auch die entspannte Stimmung und das Mittelmeerflair einen großen Teil zur Atmosphäre beitragen. Viele Dinge bleiben eher etwas oberflächlich betrachtet, trotzdem hat es Spaß gemacht die Entwicklungen und Ermittlungen zu verfolgen und zu erleben, die die Kommissarin und der Taxifahrer immer mehr Details aufdecken und Zusammenhänge herstellen. Das Ende kam dann fast etwas abrupt, auch wenn man stetig darauf hinarbeitet.


