[gehört] Cosy Secrets – Der kupferne Schlüssel von Franzi Kopka

Rezensionsexemplar

© Fischer

Cosy Secrets 1

Der kupferne Schlüssel

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Franzi Kopka
erschienen im Juni 2024
14 Stunden 52 Minuten
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Argon Hörbuch

Crime-Anteil besser als der Romance-Part

Von Franzi Kopka habe ich bereits Dystopien gelesen, die sehr spannend waren und deren Schreibstil mir gut gefallen hat. Daher war ich neugierig auf ihren ersten Liebesroman.

Krimiautorin Rae wird von einer alten Freundin angerufen, weil ihre Großmutter Fenella verschwunden ist. Angeblich sei sie entführt worden. Rae geht zwar davon aus, dass Fenella nur mal wieder die Reiselust gepackt hat, trotzdem folgt sie dem Hilferuf. Es zieht sie allerdings nicht zurück in das kleine Dorf, in dem sie einst ihre große Liebe zurückgelassen hat. Doch nach ihrer Ankunft muss sie feststellen, dass Fenellas Verschwinden doch einige Fragen aufwirft. Normalerweise ermitteln ihre Romanfiguren, nun begibt sich Rae selbst auf Spurensuche und wird unweigerlich auch mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert.

Was mir an dem Buch gut gefallen hat, ist, dass es nicht nur eine Liebesgeschichte ist. Diese hält sich zunächst im Hintergrund, während Rae in ihrer alten Heimat ankommt und sich ein Bild der Lage macht. Allerdings trifft sie dabei auch auf Archer, ihren früheren Freund, was alte Wunden wieder aufreißt.
Die Suche nach Fenella ist spannend – es kommen immer neue rätselhafte Umstände ans Licht, die für Wendungen sorgen, die mich mehrfach überraschen konnten.

In der zweiten Hälfte der Geschichte nimmt die Liebesgeschichte mehr Raum ein. Beide haben einander nie vergessen, obwohl sie sich seit 12 Jahren nicht gesehen haben. Es gibt viele Dinge, über die sie nie gesprochen haben. Da Archer Rae bei ihrer Suche unterstützt, haben die beiden zwangsläufig zunehmend Kontakt. Und einigen Klärungsbedarf. Auch hier kommt es zu einer überraschenden Aufdeckung.
Rae ist überwiegende Ich-Erzählerin der Geschichte. Damit schildert sie auch ihre Gedanken, sowohl zu ihrer Suche als auch zum Wiedersehen mit Archer. Sie gibt einen Einblick in ihre damaligen Beweggründe ebenso wie ihre jetzigen Gefühle.
Aber auch Archer kommt zu Wort und kann sein Handeln aus seiner Sicht schildern.

Letztlich ist es nicht die Liebesgeschichte, die mich überzeugen konnte, sondern die Suche, die sich war etwas schräg, aber auf jeden Fall überraschend entwickelt. Die Geschichte um Rae und Archer, die ihre Vergangenheit aufarbeiten, um herauszufinden, wo sie jetzt stehen, ist nicht uninteressant, konnte mich aber leider nicht wirklich berühren. Ein typischer Fall von: Hätten sie einfach mal miteinander geredet. Hätte sich viel Drama vermeiden lassen…

Richtig gut gefallen haben mir die facettenreichen Nebenfiguren, Fenellas etwas schrulligen Freundinnen ebenso wie die sympathischen Dorfbewohner.
Schade ist, dass der Handlungsort kaum eine Rolle gespielt hat und die Landschaft Nordschottlands kaum Erwähnung findet.

Dagmar Bittner spricht Rae und gibt ihre Stimmungslagen, ihre Skepsis und Aufregung gut wieder. Insgesamt habe ich ihr gern zugehört, habe zwischenzeitlich das Tempo des Hörbuches allerdings ein wenig erhöht, um schneller voran zu kommen.

Fazit

Der kleine Kriminalfall ist spannend und auch die unterschiedlichen, facettenreichen Figuren mochte ich. Die Liebesgeschichte entwickelt sich eher nebenbei, konnte mich im Gegensatz zur Vermisstensuche aber nicht komplett überzeugen.

Ich danke dem Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

4 Gedanken zu „[gehört] Cosy Secrets – Der kupferne Schlüssel von Franzi Kopka“

  1. Hallo liebe Anja,
    ich lese das Buch gerade und bin restlos begeistert. Mich hat die Liebesgeschichte auch überzeugen können. Alleine hätte sie für mich aber vermutlich nicht funktioniert. Der Part rund um die Großmutter gefällt mir richtig gut. Wie du schon schreibst: Eine etwas schräge Story, die aber vermutlich gerade deswegen zu überzeugen weiß. Ich mag auch die kleinen Schrulligkeiten im Buch sehr. Z.B. die Idee, dass Rae mit ihrem besten Freund die Wettkasse eröffnet hat, und die Idee, wie sie dann die Reiseziele festlegen und die Entfernungen zum wirklichen Zielort ausmessen, um zu schauen, wer näher dran liegt. Oder auch Mick (Jagger) <3 und die besten Freundinnen von der Grandma, die irgendwie ein wenig griesgrämig sind, aber dann doch wie Pech und Schwefel zueinander halten …

    Zum Setting: Jaaa, da hätte es für mich auch gerne noch etwas mehr sein können. Aber mir gefielen schon die kleinen Anspielungen. In Dornoch war ich z.B. selbst schon mal. Der Stechginster überall ist mir bei meiner Reise auch aufgefallen. Auch die Besuche in den Pubs … Ich hatte direkt Bilder vor Augen. :o)

    Ganz liebe Grüße
    Tanja :o)

    1. Hallo Tanja,
      ich habe es aktuell nicht so mit Liebesgeschichten. Mich nervt das immer gleiche Prinzipt: Missverständisse/ Drama, weil man einfach nicht miteinander redet… Daher hatte ich mich auch fürs Hören statt Lesen entschieden. Offensichtlich ist das aber manchmal auch ein Nachteil, wenn man Wörter nicht sieht und daher nicht bewusst aufnimmt – ich kann mich null an Stechginster erinnern. Vielleicht war ich aber auch nicht immer ganz bei der Sache, weil mich nicht alle Teile der Handlung gleichermaßen begeistern konnten…

      Lieben Gruß
      Anja

  2. Guten Morgen Anja 🙂

    Das Hörbuch habe ich auch frisch beenden können und ich teile an vielen Stellen deine Meinung. Vor allem was die Liebesgschichte angeht – „Ein typischer Fall von: Hätten sie einfach mal miteinander geredet. Hätte sich viel Drama vermeiden lassen…“ … unterschreibe ich so. Wobei ich fand, dass es tatsächlich kaum bis kein Drama gegeben hat.
    Irgendwie war die Geschichte gut zur Unterhaltung für Zwischendurch, mir aber insgesamt einfach in allen Belangen zu cosy. Ich hatte mir da irgendwie mehr Tiefe, mehr Spannung und mehr Kribbeln gewünscht.

    Und was das Tempo angeht … ich höre mittlerweile alle Hörbücher auf doppelter Geschwindigkeit … hier wäre ich gerne auch noch schneller gewesen^^

    Lieben Gruß
    Andrea

    1. Hallo Andrea,
      du hast recht, großes Drama enthielt das Buch nicht. Aber auch der komplett Konflkit wäre mit einem Gespräch gar nicht erst entstanden, daher…
      Doppelt ist mir zu schnell, da ich in der Regel immer noch irgendwas nebenbei mache – Haushalt, ausmalen… Da kommt mein Kopf dann doch irgendwann an seine Grenzen. Außerdem mag ich nicht, wenn die Sprache dabei so holprig/quietschig wird. 😀
      Lieben Gruß
      Anja

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