[gehört] Das Haus aus Salz und Tränen von Erin A. Craig

 

©Audible Studios
Das Haus aus Salz und Tränen
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Erin A. Craig
gesprochen von Jana Kozewa
erschienen 2021
ungekürzte Lesung: 780 Minuten
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Festa Verlag
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 Mischung aus Fantasy, Familiengeschichte und kleinem Kriminalfall

Es waren einmal zwölf Schwestern. Die wunderschönen Töchter des Herzogs von Highmoor. Bis eine nach der anderen starb …Wie schrecklich muss es gewesen sein, als Eulalie von den Klippen vor Highmoor in das kalte Meer hinabstürzte? Annaleigh kann nicht fassen, was ihrer Schwester zugestoßen ist. Vor allem nicht, weil schon drei ihrer älteren Schwestern ebenso plötzlich aus dem Leben gerissen wurden.
Jeder Tod war tragischer als der vorherige, und in den umliegenden Dörfern wird gemunkelt, dass ein Fluch über der Familie liegt.
Als ihre Schwestern erzählen, sie schleichen sich jeden Abend hinaus, um mit Prinzen auf prunkvollen Bällen bis zum Morgengrauen zu tanzen, wird Annaleigh misstrauisch: Mit wem – oder was – tanzen sie wirklich?© Klappentext: Festa Verlag

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Annaleigh erzählt, so dass man zwar bei ihr intensive Einblicke in ihre Erlebnisse, Gedanken und Gefühle bekommt, viele der anderen Dinge entgehen einem dadurch jedoch und man erfährt teilweise nur Bruchstücke. So ist manches auch nicht direkt einzuordnen. Teilweise ist das sicherlich auch so gewollt, weil die Protagonistin dadurch noch mehr Anreiz hat, zu forschen und herauszufinden, was mit ihren Schwestern los ist.

Die Schwestern wachsen auf ihrer Insel recht behütet und beschützt auf. Durch die regelmäßigen Trauerzeiten sind sie zudem von der Gesellschaft eher abgeschnitten und bekommen nicht so viel vom Leben rundrum mit. Außerdem halten sich andere auch gern von den Schwestern fern, seitdem gemunkelt wird, es würde ein Fluch auf der Familie lasten. Damit möchte nun wirklich niemand etwas zu tun haben.
Dass sie da besonders neugierig sind, als sich die Möglichkeit bietet, endlich mehr zu erleben und zu entdecken, kann man schon verstehen. Teilweise sind sie recht naiv und unwissend, was wohl aber auch der Situation geschuldet ist, unter der sie aufgewachsen sind.
Zusätzlich zweifelt Annaleigh sehr stark daran, dass ihre Schwester wirklich selbst von der Klippe gesprungen ist und versucht dort Spuren zu finden. Mit der neuen Frau an der Seite des Vaters gibt es zeitweise auch einige Unstimmigkeiten, was für zusätzliche Probleme innerhalb der Familie sorgt.
Immer wieder gibt es kleine unheimliche Momente, in denen man nicht so richtig weiß, ob es Traum, Wirklichkeit oder Illusion ist. Annaleigh sieht riesige Nachtfalter und andere Sachen, die sie weder einzuordnen weiß noch wirklich versteht. Immer wieder dreht es ich dabei auch um ihre verstorbenen Schwestern, was dem Ganzen einen ziemlich gruseligen Touch gibt. Im Verlauf werden diese Augenblicke mehr, so dass zeitweise schon eine unheimliche Stimmung aufkommt. Richtig als Horror habe ich es persönlich jetzt aber nicht empfunden, da es dann auch schnell wieder von anderen Dingen abgelöst wurde und es für mich manchmal auch nicht so komplett greifbar war. Es macht neugierig darauf, wie das alles zusammenhängt, komplett mitgerissen hat es mich aber irgendwie eben nicht.

Es mischen sich im Buch also Familiengeschichte, Kriminalfall und Fantasy – aber alles irgendwie so punktuell, dass nichts so richtig in die Tiefe geht. Annaleigh versucht zwar Dinge herauszufinden, scheitert aber immer wieder, auch weil dann andere Sachen geregelt oder organisiert werden müssen, die mehr Priorität haben. Sie hat aber eben auch nicht so viele Möglichkeiten und Kontakte, die sie für Recherchen nutzen könnte. Wenn sie versucht, die Theman anzusprechen, wird sie nicht unbedingt gehört, will allerdings auch nicht alle total beunruhigen, dadurch gehen ihre kleinen privaten Nachforschungen nicht so richtig voran, man tritt zwischendurch schon ein wenig auf der Stelle. Einige Passagen wirken etwas langarmig, in anderen ging es dann wieder alles sehr zügig.
Am Ende gab es noch mal ein paar Wendungen und Auflösungen mit denen ich nicht komplett in der Form gerechnet habe. Manches war nicht ganz überraschend bzw. hatte sich dann schon angedeutet, es gab auch Dinge bzw. Personen, die ich schon mal in Betracht gezogen und zwischendurch wieder verworfen hatte. So war es auf jeden Fall spannend zu erfahren, wie es zu all den Ereignissen kam. Da erklärte sich dann auch noch mal mehr, was Wirklichkeit und was Illusion war.

Fazit

Die Geschichte hat sich zwar an sich gut hören lassen und durch die verschiedenen Elemente, die hier vermischt werden, gibt es immer wieder neue Fragen, die aufgeworfen werden und neue Ungereimtheiten. Mir persönlich sprang es innerhalb der Handlung aber fast etwas zu viel, man ist so überall und nirgend, es gibt kleine Zeitsprünge, die zwar nicht lang sind, aber dabei hat man dann immer wieder das Gefühl entweder was zu verpassen oder dass in der Zwischenzeit auch einfach alles auf der Stelle tritt. Die unheimlicheren und temporeicheren Szenen sorgen für Spannung, zeitweise gab es aber auch Längen in der Handlung.
Die Geschichte ist eine Nacherzählung des Märchens die zertanzten Schuhe.


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