[gelesen] Der Weihnachtosaurus von Tom Fletcher

©cbj
Der Weihnachtosaurus
Die Weihnachtosaurus-Reihe 1
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Tom Fletcher, Illustration: Shane Devries
erschienen Oktober 2017
ab 8 Jahren
384 Seiten
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cbj
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liebevoll gestaltetes Kinderweihnachtabenteuer

»Lieber Weihnachtsmann, ich wünsche mir einen echten Dinosaurier …«

Die Weihnachtswichtel am Nordpol sind ganz aus dem Häuschen, als sie tief im Eis ein geheimnisvolles Ei entdecken. Der Weihnachtsmann höchstpersönlich brütet das Ei unter seinem dicken Po aus. Zur Verblüffung aller schlüpft ein freundlicher kleiner Dinosaurier: der Weihnachtosaurus. Zufällig schickt zur gleichen Zeit, tausende Kilometer entfernt, ein kleiner Junge namens William seinen Wunschzettel an den Weihnachtsmann ab: Er wünscht sich einen echten Dinosaurier. Als William und der Weihnachtosaurus einander in der Weihnachtsnacht begegnen, erleben die beiden nicht nur ein fantastisches, zum Brüllen komisches Abenteuer, sondern auch, was es heißt, den Wünschen seines Herzens zu folgen. ©Klappentext: cbj

Der Weihnachtosaurus ist ein abenteuerliches, sehr liebevoll gestaltetes Kinderbuch, das auch mir als Erwachsene viel Spaß beim Lesen gemacht hat. Mit vielen kreativen Wortspielen und -schöpfungen, Reimen und wunderschönen Illustrationen wird das Buch zu einem tollen Erlebnis, das bestimmt lange im Gedächtnis bleibt. Durch die Bilder wird die ohnehin schon sehr anschaulich erzählte Handlung gleich noch lebendiger und man kann sich die Schauplätze und vor allem auch die Figuren sehr gut vorstellen.  Trotz der teilweise recht ungewöhnlichen Namen und Kreationen, ist die Geschichte leicht verständlich, sehr flüssig zu lesen und mitnehmend gestaltet.
Umso weiter man voranschreitet, umso mehr lernt man Protagonist William kennen, der sich nichts mehr als einen Dinosaurier wünscht. Nicht zuletzt weil sich seine Schulfreunde von ihm abgewandt haben, seitdem eine neue Mitschülerin aufgetaucht ist, die alles andere als nett ist. Eine sehr traurige, sicher aber auch nicht völlig unrealistische Situation, in der sich William da befindet. Zu Hause versucht sein Vater ihn aufzumuntern, so gut es geht. Die beiden sind ein tolles, eingespieltes Team und wäre die veränderte Schulsituation nicht, wäre William vermutlich auch ein ziemlich fröhlicher Junge, der sich aus seinem Rollstuhl gar nicht so viel gemacht hat, bevor es plötzlich von allen Seiten genutzt wird, um ihm das Leben schwer zu machen. Im Bezug auf dieses Thema gibt es im Verlauf der Handlung noch einen sehr schönen Aspekt, den ich hier nicht spoilern möchte, der mir aber in Erinnerung geblieben ist, weil so eine schöne Botschaft mitschwang.
Wenn man gerade nicht mit William unterwegs ist, erlebt man das vorweihnachtliche Geschehen am Nordpol mit. Die Wichtel und der Weihnachtsmann haben alle Hände voll zu tun, die Geschenke von den Wunschzetteln zu „besorgen“, damit den lieben Kindern zum Weihnachtsfest eine Freude gemacht werden kann. Die Passagen am Nordpol sind oft besonders witzig und durch die reimenden Wichtel jedes Mal ein kleines Highlight. Ich mochte aber auch den gutmütigen, wohlbeleibten Weihnachtsmann sehr gern. Natürlich spielt dann auch der Weihnachtosaurus eine Rolle und sobald er den Nordpol verlassen hat, beginnt für den Dinosaurier eine ziemlich abenteuerliche Zeit voller unbekannter Herausforderungen.
Auch ein Bösewicht darf in der Geschichte nicht fehlen. Viele Punkte an ihm waren recht klassisch, es gab dann aber auch eine Offenbarung, die ich zu Beginn so nicht erwartet habe.
Auch wenn ich den Verlauf der Geschichte insgesamt wirklich richtig toll fand, es viele richtig schöne Entwicklungen gab, klein Höhen und Tiefen für die verschiedenen Figuren, Abenteuer und Herausforderungen, Erfolge und kleine Misserfolge, witzige Moment und Augenblicke, in denen es sehr spannend war, hätte ich es noch ein bisschen schöner gefunden, wenn der Umgang mit dem Bösewicht am Ende ein wenig anders gelaufen wäre. Es ist zwar recht typisch für Kindergeschichten, deswegen würde ich das jetzt auch nicht als riesigen Kritikpunkt ansehen, aber man hätte es natürlich auch einfach mal anders machen können.

Fazit

Eine sehr leichtgängige, liebevoll erzählte, abenteuerliche, teilweise sehr witzige, aber auch spannende Weihnachtsgeschichte, die bestimmt nicht nur Kinder begeistern wird. Mit den Wichteln, dem Weihnachtsmann, dem Weihnachtosaurus, William und all den anderen Personen um ihn herum gibt es immer etwas zu entdecken und zu erleben. Man kann die Figuren schnell ins Herz schließen und sie sich durch die tollen Illustrationen auch total gut vorstellen. Das Buch ist sehr lebendig und mitnehmend erzählt, enthält einige tolle Botschaften, die vielleicht auch mal nachdenklich stimmen, aber auch viele Augenblicke, die einfach Spaß machen.


6 Gedanken zu „[gelesen] Der Weihnachtosaurus von Tom Fletcher“

  1. Hallo liebe Dana,
    über den Weihnachtosaurus haben wir uns ja schon ordentlich ausgetauscht. Auf das Lesen dieses Buches habe ich mich schon so sehr gefreut. Oft ist so eine große Vorfreude ja auch zum Scheitern verurteilt. Das war hier überhaupt nicht so. Ich finde, hier stimmte alles. Von den tollen Figuren, bis über den genialen Illustrationen, aber auch die spannende und schöne Geschichte.

    Ich bin schon sehr gespannt, wer von uns als nächstes zum zweiten Band greifen wird und wie wir ihn dann beide finden werden.

    Ganz liebe Grüße
    Tanja :o)

    1. Hallo Tanja,
      das stimmt, manchmal kann es auch echt hinderlich sein, wenn man sich sehr auf ein Buch freut, weil die Erwartungen dann automatisch auch hochgehen. Aber für mich passte das hier auch echt ziemlich gut zusammen. Es war eine lustig-abenteuerliche Wohlfühlgeschichte 🙂
      Ich bin auch schon gespannt, ob wir wirklich beide Band zwei zum Ende des Jahres gelesen haben werden 😉
      Liebe Grüße
      Dana

  2. Huhu Dana,

    von der Geschichte hört man wirklich sehr viel positives. Auch Tanja hat bereits einige Zeit über die Geschichte geschwärmt. Was du über die Handlung und die Werte der Geschehnisse schreibst, macht mehr als neugierig. Mich spricht es sehr an, dass eine schwierige, aber auch authentische Situation mit seinem Schulleben aufgegriffen wird. Gleichzeitig ist die Beschreibung über die Vater-Sohn-Beziehung einfach sehr schön. Das Buch werde ich definitiv im Auge behalten. <3

    Ganz liebe Grüße
    Leni

    1. Hallo Leni,
      ich hatte mir das Buch auch schon einige Zeit angeschaut, bevor ich es dann gelesen habe und mir hat es wirklich sehr viel Spaß gemacht! Ich mochte die verschiedenen Elemente, die hier ineinandergreifen. Solltest du es irgendwann mal lesen, lass es mich wissen 😉
      Liebe Grüße,
      Dana

  3. Guten Morgen Dana,

    freut mich wirklich, dass du so einen Spaß mit dem Weihnachtosaurus hattest 🙂 Ich mochte die Geschichte und die Besonderheiten darin ja auch echt gerne, aber teilweise war es mir doch auch ein bisschen zu viel des Guten, z. B. die Menge der Wichtelreime.
    Aber insgesamt wirklich eine tolle und liebenswerte Geschichte. Ich bin mir sicher, dass dir die Fortsetzungen dann auch so gut gefallen 🙂

    Liebe Grüße,
    Steffi vom Lesezauber

    1. Hallo Steffi,
      ich habe mir das Buch ja vorher schon einige Zeit angeschaut, bis ich es dann endlich mal gekauft und gelesen habe 😀 Aber ich hatte echt viel Spaß und mir waren auch die Wichtelreime nicht zu viel, ich fand die ziemlich unterhaltsam und einfach eine schöne Eigenschaft für die Nordpolbewohner. Ich kann aber auch verstehen, dass es einem zu viel werden kann. Ich hätte mir am Ende einen etwas anderen Umgang mit dem Abgang des Bösewichts gewünscht, aber alles in allem war es wirklich toll. Deswegen bin ich auch gespannt auf die Fortsetzung und im Moment noch guter Dinge, aber ich werde sie vermutlich erst wieder Richtung Weihnachten lesen.
      Liebe Grüße
      Dana

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