[gehört] The real thing. Länger als eine Nacht von Samantha Young

© Hörbuch Hamburg
The real thing. Länger als eine Nacht

Hartwell-Love-Stories 1
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Samantha Young
gelesen von Nina Schoene
erschienen September 2016
795 Hörminuten, ungekürzte Lesung
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Hörbuch Hamburg
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Neuanfang in Hartwell

Jessica ist Ärztin in einem Frauengefängnis- ein Job, der Herausforderungen mit sich bringt, bei dem sie aber auch immer wieder erfüllt davon ist, für die Frauen da sein zu können. Als sie in einem Buch versteckte Briefe findet, beschließt sie, diese an den eigentlichen Empfänger zu überbringen und verbringt deswegen ihren nächsten Urlaub in Hartwell, einem kleinen Ort an der Ostküste der USA. Dort trifft sie allerdings erst mal nicht auf denjenigen, dem sie die Briefe geben wollte, sondern auf Cooper Lawson, der ihr viel mehr unter die Haut geht, als alle Männerbekanntschaften zuvor. Allerdings ist Jessica nicht grundlos bisher vor festen Beziehungen geflüchtet, konnte sie so doch umgehen, jemandem von ihrer Vergangenheit zu erzählen.

Das Buch wird aus zwei Perspektiven geschildert. Zum einen aus der Ich-Perspektive von Jessica, die andere begleitet Cooper, dieser erzählt jedoch nicht aus der Ich-Perspektive. So kann man beide Protagonisten im Laufe des Buches ganz gut kennenlernen und erhält Einblicke in ihre Gedanken- und Gefühlswelten, die sie gegenseitig ziemlich durcheinander wirbeln. Die Charaktere waren mir recht schnell sympathisch, sie bringen ihre Päckchen und Erfahrungen mit, die in die Handlung mit einfließen. Ich fand es nur teilweise etwas schade, dass um einige Dinge ewig lange ein Geheimnis gemacht wurde und diese immer und immer und immer wieder aufgebauscht wurden mit „mysteriösen“ Andeutungen. Zum Neugierigmachen und Erzeugen von Spannung ist es schon okay, wenn man einschneidende Erlebnisse oder ähnliche Dinge nur andeutet und nicht sofort offenbart. Mir war es in der Summe dann jedoch fast ein wenig viel. Das Geheimnis, das Jessica mit sich herumträgt „verdiente“ es dann aber zumindest ein wenig mehr Aufsehen darum zu machen, als ich zwischendurch befürchtete.
Jessica lernt in dem kleinen Örtchen schnell verschiedene Leute kennen, die ihr deutlich zeigen, was ihr bisher im Leben gefehlt hat: echte Freunde. Die Bewohner von Hartwell mochte ich gern, auch wenn man nicht alle von ihnen besonders intensiv kennenlernt. Es wirkt aber wie ein netter Ort, an dem man sich durchaus wohlfühlen kann, auch wenn es hier und da Konflikte und Schwierigkeiten gibt, vorallem mit Personen, die ihre Macht und ihren Einfluss immer weiter ausbauen wollen. Die Clique, in die Jessica hineinstolpert, hält zusammen und so gibt es immer wieder schöne Szenen mit den anderen Charakteren. Manch einer zeigt im Verlauf des Buches auch Facetten, die vorher nicht für alle offensichtlich gewesen sind.
Für Jessica wird der Urlaub zu einem Wendepunkt in ihrem Leben, der ihr Aspekte vor Augen führt, vor denen sie sich bisher eher verschlossen hatte. Etwas schade fand ich, dass ihr eigentlicher Reisegrund sehr lange weit in den Hintergrund rückte. Was zwar zum Teil der Situation vor Ort geschuldet war, aber ich fand das Thema und auch Jessicas Arbeit in dem Gefängnis interessant, da hätte für meinen Geschmack mehr von drin sein dürfen.
Die Dynamik zwischen Cooper und Jessica mochte ich ganz gern. Die Anziehung der beiden ist schnell spürbar und führt im Verlauf zu sehr leidenschaftlichen Szenen. Trotzdem ist es nicht von Beginn an die mega große Liebe ohne Hindernisse. Sie haben schon noch ein paar Stolpersteine und Hürden, auch vergangene Enttäuschungen und andere Ereignisse spielen bei ihrer Begegnung eine Rolle und überschatten teilweise das Beisamensein und Kennenlernen.

Den Stil empfand ich insgesamt als angenehm, ich fühlte mich gut mitgenommen und die Geschichte war schön zu verfolgen, trotz kleiner Kritikpunkte hier und da und auch wenn mir jetzt nicht jede der erotischen Szenen komplett gefallen hat.
Die Sprecherin hat mich ebenfalls ganz gut mitgenommen, besonders in den Dialogen waren die Charaktere gut voneinander zu unterscheiden. Um noch etwas mehr Abgrenzung zu bekommen, hätte man Coopers Passagen natürlich auch von einem Mann lesen lassen können, da diese jedoch nicht aus der Ich-Perspektive waren, fand ich es auch auf diese Weise okay. Sonst hätte man aber einfach noch klarer die Trennung zwischen den beiden gehabt und manches hätte vielleicht auch noch intensiver gewirkt.

Fazit

Eine schöne Liebesgeschichte, in der Protagonistin Jessica auch einiges über sich selbst herausfindet und sich Fragen und Aufgaben stellen muss, die sie vor dem Antritt ihrer Urlaubsreise wohl nicht erwartet hätte. Auch wenn mir nicht jedes Detail der Geschichte gefiel, war es insgesamt angenehm die Charaktere zu begleiten.


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