[gehört] Rügensommer von Lena Johannson

© Saga Egmont
Rügensommer

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Lena Johannson
gelesen von Nadine Heidenreich
erschienen Dezember 2020, Buch 2011
250 Hörminuten, ungekürzte Lesung
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Saga Egmont
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Liebesgeschichte mit kleinem Rügenreiseführer

Als ihr Chef ihr in Aussicht stellt, auf einer beliebten Insel ein Magazin herauszugeben, denkt Deike zunächst an Spanien, vielleicht Mallorca oder Ibiza. Doch dann verschlägt es sie nach Rügen – nicht unbedingt die Ecke, die sie sich vorgestellt hatte. Was soll man schon dort groß machen? Aber Deika fügt sich in ihr Schicksal und zieht in den Nordosten des Landes. Bald stellt sie fest, dass die Insel doch viel mehr zu bieten hat, als sie dachte und es an vielen Ecken einfach richtig schön ist. Und auf Rügen gibt es nicht nur tolle Natur, sondern auch interessante Nachbarn.

Protagonistin Deike ist es gewohnt häufiger umzuziehen, für ihren Job verschlägt es sie immer wieder an neue Orte. Auf Rügen war sie noch nie und eigentlich hatte sie auch nicht unbedingt vor, so schnell daran etwas zu ändern. Für ein Jahr lässt sie sich dann allerdings darauf ein und entdeckt schnell, dass sie Insel doch einiges zu bieten hat. Um in dem Magazin, das sie herausgeben soll, auch zu wissen, wovon sie schreibt und berichtet, erkundet sie nämlich selbst die Insel und ist ganz begeistert. Mit sehr schönen Landschaftsbeschreibungen bringt die Autorin auch den Lesenden oder Zuhörenden die Insel Rügen näher und lässt einen ein stückweit teilhaben an den Erkundungen, die Deike, teilweise in Begleitung ihrer Schwester oder ihres Nachbarn Hannes anstellt. Kreidefelsen, kleine Fischerorte, wunderschöne Natur, lange Sandstrände und noch so einiges mehr hat die Insel zu bieten. Ich fühlte mich beim Zuhören ein bisschen wie in einem Reiseführer, nur dass es eben noch eine Liebesgeschichte rundrum gab. Da ich selbst nicht weit weg von Rügen wohne, kenne ich viele der Ecken, die im Buch beschrieben sind auch selbst und konnte dadurch gut nachvollziehen, wieso Deike so begeistert ist. Allen, die die Insel nicht kennen, wird das Buch aber bestimmt Lust darauf machen, das zu ändern.

Die Geschichte begleitet Deike beim Eingewöhnen und Erkunden der Insel und beim Verlieben. Dabei gibt es kleine Anekdoten aus der Region, aber auch zu ihren Nachbarn oder aus ihrer Kindheit und Jugend in Verbindung mit Schwester Nathalie, die sie besuchen kommt.
Die Protagonistin war mir nicht unsympathsich, sie hat mich jetzt aber auch nicht von Beginn an überzeugt. Einige Zeit blieb sie mir auch fast ein wenig blass und man wusste nur recht wenig über sie selbst. Nach und nach erfährt man dann etwas mehr zu dem, was sie denkt und wie es ihr so ergangen ist, wieso sie teilweise so reagiert, wie sie es tut. Teilweise ist sie etwas mürrisch und verschlossen, manchmal schätzt sie Situationen aber auch einfach falsch ein und macht dann dicht. Darüber ärgert sie sich teilweise selbst. Jeder hat eben so seine Eigenarten, ein wenig mehr dazu hat man dann aber eben im Verlauf noch erfahren. Wohin die Liebesgeschichte geht, war recht schnell klar, das fand ich aber nicht schlimm. Bei den beiden gab es für mich jetzt keine so großen Überraschungen, auch wenn es für Deike da einen Punkt gab, der ihr ziemlich Unbehagen bereitet hat, habe ich geahnt, in welche Richtung das geht, auch wenn ich nicht jedes Detail davon vorausgesehen hatte. Ein bisschen mehr Hintergrundgeschichte gab es dann eben doch noch.
Es ist ein sommerlich, leichtes Buch das total Lust auf Urlaub macht, so ging es mir auf jeden Fall. Es ist nicht übermäßig tiefgründig, es gibt aber hier und da kleine Hürden oder Stolpersteine. Die meiste Zeit ist man aber mit den Charakteren einfach auf der Insel unterwegs und kann mitverfolgen, wie sie sich aneinander gewöhnen, zusammenwachsen, teilweise eben verlieben und was sie so erleben. Es hat auf jeden Fall Spaß gemacht Deike zu begleiten, auch wenn es jetzt nicht übermäßig spannend oder mitreißend gewesen ist. Die schönen Landschaftsbeschreibungen und das sonnige Urlaubsfeeling, das das Buch verströmt hat, haben mir gut gefallen.

Die Sprecherin hätte für mein Empfinden an vielen Stellen noch etwas mitnehmender und emotionaler lesen können, da Deike häufig Situationen hat, in denen sie sich ärgert, grübelt, verzückt ist oder sonst irgendwie Gefühle zeigt. Die sind nicht alle hundertprozentig bei mir angekommen beim Zuhören. An sich hat mir die Klangfarbe der Stimme aber gefallen und man konnte auch die Charaktere ganz gut voneinander unterscheiden in den Dialogen.

Fazit

Eine sommerliche Lektüre, die bestimmt vielen Lust auf einen Urlaub auf Rügen machen wird. Die schönen Beschreibungen von Ausflugszielen und der Landschaft laden zum Träumen ein und haben auf jeden Fall bei mir für Urlaubsstimmung gesorgt. Auch wenn die Protagonistin ja nicht nur im Urlaub dort ist. Es war nett Deike zu begleiten, auch wenn es nur wenig Überraschungen gab und mir auch die Protagonisten manchmal fast etwas blass blieben. Beim Selbstlesen wären einige der Emotionen vielleicht auch noch besser rübergekommen. Insgesamt aber trotzdem eine schöne Geschichte.

2 Gedanken zu „[gehört] Rügensommer von Lena Johannson“

  1. Hallo liebe Dana,
    ich war schon ein paar Mal auf Rügen und habe es dort geliebt. Es gibt dort übrigens eine verdammt gute Cocktailbar, wenn du dort in der Nähe wohnst und es dich mal wieder dorthin verschlagen sollte. Vielleicht kennst du sie sogar? Von uns ist es leider ein ganz schönes Stück entfernt. Aber ich würde immer wieder dahinreisen.

    Dieses Buch klingt wie ein Stück Urlaub im Buchformat. Dass die vielen Beschreibungen einem Fernweh bereiten, kann ich mir gut vorstellen. Dass nun nicht die große Handlung dahintersteckt, muss ja nicht verkehrt sein. Vielleicht ist es sogar genau das, was man an einem heißen Tag, an dem man einfach auch nur gedanklich ans Meer reisen möchte, gut tut?! Eine sehr schöne Empfehlung von dir.

    Ganz liebe Grüße
    Tanja :o)

    1. Hallo Tanja,
      ich war auch schon öfter auf Rügen 😉 Nicht in jeder Ecke der Insel aber klar kennt man das eine oder andere. Für mich ist es ja auch wirklich nicht weit weg.
      Ich denke auch, man kann mit dem Buch schöne Lese- oder eben Hörstunden haben, sollte eben nur nicht so viel Tiefe erwarten. Aber sich eher mal von seichter Lektüre mitnehmen zu lassen, kann auch wirklich nett sein 🙂
      Liebe Grüße
      Dana

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