[gehört] Alaska wider Willen 2. Verliebt und zugeschneit von Ellen McCoy

©Lausch medien
Unsäglich verliebt

Alaska wider Willen 1
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Autorin: Ellen McCoy
Hörbuch erschienen Oktober 2021
Sprecher: Anna Luis, Sascha Krüger
440 Minuten, ungekürzte Lesung
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Elvira Zeißler
Lausch medien
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schöne Liebesgeschichte im Winterwunderland Alaska

Zweiter Band der Reihe! Man kann „Verliebt und zugeschneit“ jedoch auch ohne Vorkenntnisse Lesen. Tom, der Protagonist des zweiten Buches, spielt zwar auch im ersten Band schon mit, steht dort jedoch nicht so intensiv im Fokus. Matt und Olivia, die Protagonisten des ersten Bandes spielen in diesem Buch ebenfalls wieder eine Rolle und es ist schön zu wissen, wie die beiden zusammengekommen sind. Um Sarahs und Toms Geschichte zu verfolgen, ist es allerdings nicht zwingend notwendig diese zu kennen.

Sarahs Leben verlief zuletzt eigentlich in ziemlich geordneten Bahnen. Sie hat einen Job, bei dem sie gut verdient und ihre Arbeit geschätzt wird, auch wenn die Klinik an sich vielleicht nicht die absolute Erfüllung ihrer Ärzteträume ist. In der Beziehung mit ihrem Verlobten läuft es auch recht harmonisch. Es könnte also deutlich schlechter sein. Doch dann kommt der Punkt, an dem Sarah beginnt zu hinterfragen, ob es das ist, was sie in ihrem Leben will. Erfüllt sie ihre Arbeit, ist die Beziehung wirklich das, was sie sich von der Liebe erhofft? Um zu sich selbst zu finden und über all diese Dinge nachzudenken, bricht sie einen Teil ihrer Zelte zu Hause ab, fliegt kurzentschlossen ein paar Tage vor Weihnachten nach Alaska und taucht dort nicht nur in ein Winterwunderland ein sondern erlebt noch einiges mehr, mit dem sie nicht gerechnet hätte.

Die Geschichte wird aus zwei Ich-Perspektiven erzählt, was die Möglichkeit gibt sowohl Sarah als auch Tom ziemlich privat zu erleben und Einblicke in ihre Gedanken- und Gefühlswelten zu bekommen. Bei beiden Protagonisten ist da einiges los, es gibt verschiedene Dinge, über die sie grübeln und die so unerwartete Situation, in der sie sich nach Sarahs Ankunft befinden, gibt weiteren Anlass für Zweifel, Sorgen, Ängste aber auch Hoffnungen.
Der Stil der Geschichte hat mir richtig gut gefallen. Man lernt beide Charaktere nach und nach intensiver kennen, kann an ihren Überlegungen und den Gefühlsänderungen teilhaben, taucht dabei vor allem bei Tom auch ein wenig mehr in die Vergangenheit ein, was seine Ängste und Zweifel nachvollziehbarer macht. Die Figuren bekommen Raum sich zu entwickeln, einzeln und miteinander, dabei ist es aber auch nicht immer harmonisch oder geradlinig, es gibt Stolpersteine und Hürden, die ein Happy End zunächst auszuschließen scheinen. Auch zwischen den Protagonisten verändert sich die Stimmung im Laufe des Buches, auch wenn der Weg, den sie am Ende gehen, nicht wirklich überraschend kam. Für mich lebte die Handlung auch nicht von großen Überraschungen oder unerwarteten Wendungen, sondern eher von dem Zwischenmenschlichen und den Gedanken, die die Charaktere sich so machen. Sehr ins Herz geschlossen habe ich dabei auch Isabella. Das kleine Mädchen ist einfach so goldig und herzerwärmend. Ich mochte aber auch Sarah und Tom.
Sarah ist ein herzensguter Mensch, sehr empathisch, liebevoll, aufmerksam und rücksichtsvoll. Sie besinnt sich jetzt aber auch mehr darauf, was sie wirklich will, was ihr guttun würde und freut sich darauf, neue Dinge in Alaska zu erleben, da sie aus ihrer Heimat zum Beispiel auch keinen Schnee kennt.
Tom ist ein liebevoller Vater und was Isabella betrifft sehr fürsorglich und legt eine beschützende Hand über sie. Ich mochte den Umgang der beiden miteinander sehr gern. Seine Einstellung zur Liebe bzw. unverbindlichem Spaß kann man sicher so und so bewerten, ich empfand es für ihn als Figur jedoch als nachvollziehbar eingebunden. Trotzdem läuft er nicht blind oder herzlos durch die Welt und kann sich Sarah daher nur schwer entziehen, auch wenn er es immer wieder versucht. Im Laufe des Buches gibt es auch die eine oder andere leidenschaftlichere Szene, die ich als angenehm in die Handlung eingeflochten und sprachlich ansprechend dargestellt fand.
Schön fand ich es auch, dass man Olivia und Matt, die Protagonisten des ersten Bandes, wiedergesehen hat. Auch wenn sie hier nicht im Mittelpunkt des Geschehens standen, waren sie immer wieder mit dabei und so konnte man auch sehen, wie es sich bei ihnen weiterentwickelt hat.

Ich schätze, für mich hätte das Buch gelesen vielleicht sogar noch ein bisschen intensiver gewirkt als in der Hörbuchvariante. An sich mochte ich die Klangfarbe beider Sprecher, auch wenn mir Sascha Krüger ein wenig besser gefallen hat. Mir haben besonders zu Beginn jedoch ein wenig die Emotionen gefehlt. Es ist nicht gefühlskalt gelesen, aber zwischendurch blieben für mich eben ein bisschen die Gefühle auf der Strecke, die allein von dem, was im Buch passiert, sicher da gewesen sind. Mit der Zeit habe ich mich aber gut reingehört und ich fand auch, es wurde dann besser und mitnehmender, auch auf der gefühlvollen Ebene. Bei der Perspektive von Tom war es für mich persönlich etwas schneller der Fall.
Beide Sprecher nehmen Veränderungen und Anpassungen in der Stimme vor, damit die Charaktere gut voneinander zu unterschieden sind und man so zum Beispiel den Dialogen gut folgen kann, ohne dass man überlegen muss, wer da gerade spricht. Insgesamt war es auf jeden Fall angenehm zuzuhören und die Geschichte zu verfolgen.

Fazit

Eine schöne winterliche Liebesgeschichte, die die Leser und Zuhörer ins tief verschneite Alaska mitnimmt und rund um die Weihnachtsfeiertage spielt. Ich mochte die Entwicklungen innerhalb der Handlung sehr gern. Sowohl einzeln als auch zusammen entwickeln sich die Charaktere, dabei gibt es immer wieder kleine Hürden  und auch wenn es keine großen überraschenden Wendungen gibt, war es einfach schön sie zu begleiten. Vor allem zu Beginn sind für mich in der Hörbuchumsetzung ein wenig die Emotionen auf der Strecke geblieben, was schade war, weil besonders bei Sarah da ja einiges passiert. Mit der Zeit habe ich mich aber gut reingehört und es wurde aus meiner Sicht dann auch gefühlvoller gelesen.

2 Gedanken zu „[gehört] Alaska wider Willen 2. Verliebt und zugeschneit von Ellen McCoy“

  1. Hallo liebe Dana,
    das ist der Vor- oder Nachteil bei Hörbüchern: Mit der Vorlesestimme und der Betonung kann ein Buch noch um einiges an Stimmung gewinnen oder, wie in diesem Fall, eben auch verlieren. Ich freue mich, dass du, nachdem du dich ein wenig reingehört hast, doch noch gut in der Geschichte angekommen bist. Und vor allem, dass du passend zur Dezemberzeit auch wieder einen schönen Titel für die Vorweihnachtsstimmung lesen konntest.

    Ich wünsche dir einen schönen Start ins Wochenende und einen richtig schönen 2. Advent <3

    Ganz liebe Grüße
    Tanja :o)

    1. Hallo Tanja,
      da hast du recht, wenn die Stimme für einen selbst nicht passt oder die Emotionen nicht so gut transportiert werden, wie man es gern hätte oder braucht, kann das bei Hörbüchern schnell schwierig werden. Besonders in Liebesgeschichten.
      Es ist aber auf jeden Fall eine schöne Geschichte und hat mit all dem Schnee und dem integrierten Weihnachtsfest auch ein bisschen Weihnachtsstimmung aufkommen lassen- auch wenn ich selbst da einfach noch nicht so richtig in Stimmung bin.

      Liebe Grüße
      Dana

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