[gelesen] Shattered Hearts von Anne-Marie Jungwirth

Rezensionsexemplar

©LYX (Bastei)
Shattered Hearts
Only by Chance 2
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Autorin: Anne-Marie Jungwirth
erschienen März 2020
389 Seiten, eBook
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hier geht’s zum Verlag
LYX (Bastei Lübbe)
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intensiv, emotional, leidenschaftlich

Das Buch ist zwar der zweite Band der „Only by Chance“ Serie, man kann die Geschichten jedoch unabhängig voneinander lesen, da die Handlungen in sich abgeschlossen und die Protagonisten jeweils unterschiedlich sind.

Sam ist Künstlerin und wollte ihr Leidenschaft auch beruflich ausüben, bis sie an einen Punkt kam, an dem sie so nicht mehr weitermachen wollte. Sie schmiss ihr Studium und wählte einen ungewöhnlichen Weg, um ihrer künstlerischen Ader und ihrer Meinung Ausdruck zu verleihen. Leider bewegt Sam sich dabei immer wieder am Rande der Legalität oder überschreitet diese Grenze, indem sie Häuser mit Graffiti versieht. Polizist Otis erwischt sie auf frischer Tat, doch die junge Sprayerin geht ihm mehr unter die Haut, als sie sollte. Doch ein gemeinsamer Weg für die beiden scheint nur schwer möglich, denn Otis kann nicht darüber hinwegsehen, dass Sam Dinge macht, die gegen das Gesetz sind, wo er doch selbst für Recht und Ordnung kämpft.

Der Schreibstil von Anne-Marie Jungwirth hat mir sehr gut gefallen. Das Buch ist angenehm und flüssig zu lesen, der Stil sehr intensiv, leidenschaftlich und geprägt von den verschiedenen Emotionen, die die Charaktere bewegen. Durch die beiden Ich-Perspektiven ist man nah bei den Protagonisten und erhält umfassende Einblicke in ihre Gedanken- und Gefühlswelten. Auch wenn Sam und Otis so unterschiedlich scheinen, gibt es doch erstaunlich viele Punkte, in denen sie sehr ähnlich denken und handeln oder das gleiche wollen. Es gibt jedoch auch Streitpunkte, die immer mal wieder zum Tragen kommen, auch wenn ich die Entwicklungen größtenteils eher als harmonisch beschreiben würde. Das liegt jedoch auch daran, dass die Charaktere versuchen den Standpunkt des anderen zu verstehen, ihn hinterfragen und nicht alles sofort abblocken. Allerdings müssen beide auch erst mit der Zeit lernen, sich so richtig zu öffnen und zu erklären. Missverständnisse und vorschnelle Reaktionen sind da vorprogrammiert und machen den Weg der beiden noch facettenreicher und authentischer.
Ich habe beide Protagonisten schnell ins Herz geschlossen. Sie sind starke Charaktere, die trotzdem ihre Macken und Schwächen haben. Und auch wenn sie wissen, dass sie nicht perfekt sind, Fehler machen und nicht alle ihrer Ansichten unbedingt für andere verständlich sind, versuchen sie sich nicht verbiegen zu lassen und ihre persönlichen Ziele zu verfolgen. Sams Weg ist dabei natürlich nicht unbedingt erstrebenswert, sie verzichtet auf viele Dinge und riskiert Strafen, dennoch fand ich viele ihrer Standpunkte schon nachvollziehbar und finde es auch gut, dass sie darauf aufmerksam machen möchte, was es für Ungerechtigkeiten gibt, die wir einfach alle hinnehmen. Und man muss ja auch nicht selbst gegen das Gesetz verstoßen oder verstoßen wollen, nur um die Protagonistin zu mögen.
Otis ist ebenfalls eine tolle Figur. Er ist aufmerksam, hat ein gutes Herz und auch wenn er weiß, dass Sam vielleicht nicht der geeignete Umgang für ihn als Polizist ist, so kann er sich ihrer Anziehungskraft doch nicht entziehen. Er ist nicht fehlerfrei, aber absolut liebenswert. Durch die detaillierten Einblicke kann man auch seine Zwickmühlen gut nachvollziehen und seine Entscheidungen verstehen, selbst wenn sie für Sam nicht immer schmerzfrei sind.

Im Buch spielen verschiedene Themen eine Rolle. Es geht um Aspekte, die gesellschaftlich nicht besonders gut laufen, Kunst und wie man seine Leidenschaft auslebt, die Arbeit bei der Polizei, allerdings nicht zu detailliert, Familien, Freunde, Ziele, Hoffnungen, Erwartungen und Chancen. Neben Gesprächen und Gedankengängen, die man verfolgen kann, wird es aber auch immer wieder sehr leidenschaftlich zwischen Otis und Sam. Langweilig war mir in der Geschichte wirklich nie. Es war sehr schön die Protagonisten zu begleiten und zu erleben, wie sie sich in ihrem Leben schlagen, wie sie sich entwickeln, welche Wege sie gehen, ob sie dabei unterstützt werden oder auf Hindernisse stoßen, wie sie Entscheidungen treffen und mit den Konsequenzen leben oder hadern.

Fazit

Eine tolle, fesselnde Liebesgeschichte mit sympathischen, facettenreichen Charakteren, die alles andere als perfekt, dafür aber umso liebenswürdiger sind. Der angenehme, lockere Schreibstil hat mich von Beginn an mitgenommen und ich konnte mich gut auf die Figuren und ihre Entwicklungen einlassen. Gefühlvoll, intensiv, leidenschaftlich, aber auch gespikt mit ein wenig Gesellschaftskritik, Hoffnungen und Träumen.

Ich danke dem Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

2 Gedanken zu „[gelesen] Shattered Hearts von Anne-Marie Jungwirth“

  1. Hallo liebe Dana,
    ich finde alleine schon die Figuren in diesem Roman sehr interessant. Eine Künstlerin, die Häuser mit Graffiti versieht und dazu der schöne Kontrast: Ein Polizist, der für Recht und Ordnung sorgt. Auch, dass du während des Lesens des Buches keinerlei Längen festgestellt hast, spricht sehr für diese Geschichte. Das könnte auch was für mich sein. Ich danke dir für diese schöne Buchvorstellung <3

    Ganz liebe Grüße
    Tanja

    1. Hallo Tanja,
      der Kontrast der Charaktere war wirklich toll! Da ist ja Streit irgendwie vorprogrammiert und doch war es dann irgendwie anders, als ich es erwartet hatte. Da einige ihrer Ansichten gar nicht so unterschiedlich sind, wie sie dann festgestellt haben, nachdem sie richtig miteinander gesprochen haben 😉 Aber auch die ganze Aufmachung und Entwicklung hat mir persönlich unglaublich gut gefallen. Falls du irgendwann zu der Geschichte greifen solltest, lass es mich wissen 😉
      Liebe Grüße
      Dana

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