[gelesen] Heike M. König- Legacy – Die verborgene Kammer

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Legacy 1

Die verborgene Kammer

 Autorin: Heike M. König

erschienen: Oktober 2016
Verlag: Arena- digi:tales
ISBN:  978-3-401-84027-7

schöner Auftakt, reichlich offene Fragen

Leni und ihre Familie haben eigentlich ein gutes Leben in
der Stadt geführt. Als ihr Vater in einer Nacht und Nebel Aktion aufs Land
ziehen will, verstehen sie und ihre Geschwister die Welt nicht mehr. Der
überstürzte Umzug ergibt keinen Sinn und in der Nähe ihres Vaters scheinen sich
noch weitere, mysteriöse Dinge zu ereignen. Von der Neugier gepackt, stürzen
die Kinder kopflos in ein großes Abenteuer, das gefährlicher ist, als sie
ahnen.

Der Schreibstil von Heike M. König ist sehr flüssig,
angenehm und fesselnd. Ohne ausschweifende Vorgeschichte landet man in der
Handlung und findet sich schnell zurecht. Der Umzug aufs Land bringt im 19.
Jahrhundert weit mehr Entbehrungen mit sich, als es in der heutigen Zeit der
Fall wäre. Die Familie muss sich ziemlich umstellen und besonders die Kinder
haben darunter zu leiden. In der Dorfschule sind sie Mobbingattacken und
Vorurteilen ausgeliefert. Kein Wunder das sie da zumindest in ihrer Freizeit
versuchen, etwas Spaß zu haben und das geheimnisvolle Verhalten des Vaters zum
Anlass nehmen, um ihr neues Heim etwas näher zu untersuchen. Was sie entdecken,
übertrifft alle Erwartungen und doch ahnen sie nicht, in welcher Gefahr sie
sich befinden.
Die Welt, in die man eintaucht, ist gut auf das
Jahrhundert abgestimmt, in dem wir uns befinden. Technik und Forschung sind
gerade sehr gefragt, doch die Entwicklungen brauchen Zeit und so kann man keine
zu großen Sprünge erwarten. Obwohl wir uns weit in der Vergangenheit befinden,
war das für mich beim Lesen nie im Vordergrund. Man weiß es, aber es steht
nicht im Mittelpunkt der Handlung, es gibt einfach nur den Rahmen der
Möglichkeiten vor, die die Figuren zur Verfügung haben.
Durch die Ich-Perspektive bekommt man besonders intensive
Eindrücke von Leni. Sie ist pflichtbewusst, aber auch neugierig und lässt sich
von ihrem Zwillingsbruder Alwin gern anstiften, mal nicht vernünftig zu sein.
Die Einblicke in Lenis Gedankenwelt machen deutlich, wie verwirrend die neue
Situation für sie ist. Doch nicht nur der Umzug, auch die neuen
Herausforderungen, die auf die Geschwister zukommen, kann sie nicht recht
einordnen. Das Geschehen ist zu mysteriös und geheimnisvoll, um es wirklich
einordnen zu können. 
Hin und wieder merkt man, dass die Charaktere noch sehr
jung sind. Sie treffen unbedachte Entscheidungen und können die Ereignisse
nicht vollständig überblicken. Dafür ist ihr Wissen auch zu begrenzt. Neue
Probleme sind da vorprogrammiert. Trotzdem macht das die Figuren authentischer,
als wenn sie die Zwillinge mit ihren 16 Jahren und Frida mit gerade mal neun
Jahren gleich alles meistern würden, was man ihnen zumutet. Besonders Fridas
niedliche Art, hat mich, trotz der schweren Zeiten, immer wieder zum Schmunzeln
gebracht.
Ich habe beim Lesen schon einige Ahnungen entwickelt und
bin gespannt, ob ich diese in den nächsten Bänden bestätigt bekomme. Es ist
sehr spannend, die Jugendlichen zu begleiten, mit ihnen das Unbekannte zu
entdecken und ganz ähnliche Fragen zu haben, wie die Protagonisten. Wie hängt
wohl alles zusammen, was erwartet sie noch, wem dürfen sie trauen?
Ein schöner Auftakt, der neugierig macht. Die Welt ist
gut aufgebaut und scheint noch viele Geheimnisse bereit zu halten. Ich bin
froh, einfach weiter lesen zu können und nicht ganz im Ungewissen ausharren zu
müssen.

Vielen Dank an den Verlag für das bereitgestellte Rezensionexemplar!

3 thoughts to “[gelesen] Heike M. König- Legacy – Die verborgene Kammer”

  1. Liebe Dana,

    das Buch spricht mich total an. Ich hatte es auf der Messe schon vorgestellt bekommen und bin seitdem sehr gespannt. Leider lese ich nicht so gerne eBooks 🙂 Aber das Buch hört sich sehr gut an!

    Liebe Grüße
    Nadine

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