[gelesen] Svea Lundberg – Inbetween – Zwischen Bühne und Bordell

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 Inbetween – Zwischen Bühne und Bordell

Autor: Svea Lundberg

erschienen August 2016
Verlag: Dead Soft
ISBN:  978-3960890218  

emotional, aufwühlend, erotisch, düster

Wäre Jeriks Freundin nicht so hartnäckig gewesen, wäre er
niemals zu dem Musical gegangen, das sein Leben nachhaltig verändert. Einer der
Tänzer hat es ihm angetan und er bekommt ihn nicht mehr aus dem Kopf. Jerik
setzt alles daran ihn kennen zu lernen und ahnt dabei nicht, was auf ihn
zukommt. Ein steiniger Weg voller Hürden, Herausforderung und Verzweiflung,
dunkle Geheimnisse und immer die Frage, ob die Kraft noch reicht zum Kämpfen.

Der Schreibstil von Svea Lundberg ist sehr angenehm und
flüssig. Durch die Ich-Perspektive kann man Jerik intensiv begleiten, lernt ihn
gut kennen und hat stetigen Einblick in seine Gedanken- und Gefühlswelt.
Während er zu Beginn der Geschichte sehr genau weiß, was
er will und wie er es bekommen könnte, merkt man im Verlauf, wie er immer
wieder auf harte Proben gestellt und dadurch verunsichert wird. Er hätte wohl
nie erwartet, wie schwierig es mit einem Musicaltänzer werden könnte. Die Verzweiflung,
die Angst und Sorge ist greifbar, man kann seine Gedanken nachvollziehen und
trotzdem möchte man ihm manchmal einen kleinen Tritt geben. Dafür hat Jerik
aber Max an seiner Seite. Sein bester Kumpel hat immer ein offenes Ohr und rät
ihm häufig die Dinge, die ich Jerik auch gern gesagt hätte. Auf ihn kann man
sich wirklich verlassen und obwohl er nicht ständig präsent ist, habe ich ihn beim
Lesen sehr ins Herz geschlossen.
Alexej hat ein schweres Päckchen zu tragen und ich kann
gut verstehen, dass er sich hinter Ausreden und Ausflüchten versteckt, um sich
nicht selbst eingestehen zu müssen, was alles falsch läuft bei ihm. Seine
Entwicklung war interessant zu verfolgen. Es gibt verschiedene Facetten, die
deutlich machen, wie gefährlich ein Schritt auf die schiefe Bahn sein kann.
Im Buch gibt es einen schönen Mix an Themen. Auf der
einen Seite geht es viel ums Tanzen, das harte Training dafür und was alles
damit zusammenhängt, auf der anderen Seite stehen viele persönliche Dinge im
Mittelpunkt. Liebe, Vertrauen, Freundschaft, Hoffnung, Verzweiflung,
Zusammenhalt – es wird streckenweise sehr emotional und aufwühlend. Auch eine
gute Portion Erotik ist im Buch zu finden. Diese Szenen sind sehr ansprechend
und abwechslungsreich gestaltet.
Es geht in der Geschichte aber auch um Drogen und
Prostitution, Themen, die nicht für Sonnenschein und Fröhlichkeit stehen und
den Figuren einige schwierige Entscheidungen abverlangen.
Ein wenig schade finde ich es, dass der Klappentext schon
so viel verrät. Ich kann zwar verstehen, dass man auf die schwierigen Themen
hinweisen möchte da es sicher nicht jeden Geschmack trifft, so wird einem zu
Beginn der Geschichte allerdings ein bisschen was von der Spannung genommen.
Jerik rätselt zwar, was es da für Hintergründe geben könnte, man als Leser weiß
es allerdings schon. Sobald Jerik dann auch eingeweiht ist, ist der
Wissensvorsprung aufgebraucht und man kann mit ihm gemeinsam den weiteren
Verlauf der Geschehnisse entdecken. Jerik nimmt einen mit auf seine
Achterbahnfahrt der Gefühle. Das stetige Auf und Ab zerrt an seinen Nerven,
kostet ihn viel Kraft und trotzdem möchte er kämpfen, obwohl so viel dagegen
spricht. Er ist wirklich ein toller Charakter.
Eine schöne, facettenreiche Geschichte, die einem
lustvolle Momente präsentiert aber gleichzeitig auch deutlich macht, wie sehr
einen Drogen verändern können.

Vielen Dank an den Verlag für das bereitgestellte
Rezensionsexemplar!

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