[gelesen] Jennifer Alice Jager – Secret Woods 2 – Die Schleiereule des Prinzen

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 Die Schleiereule des Prinzen
Secret Woods 2

Autor: Jennifer Alice Jager

erschienen September 2016
Verlag: Impress
ISBN: 978-3-646-60279-1  

temporeiche Fortsetzung, nicht immer märchenhaft

„Die Schleiereule des Prinzen“ ist die Fortsetzung von
„Das Reh der Baronesse“, meine Rezension kann daher Spoiler in Bezug auf den
ersten Band enthalten. Man sollte die Geschichte mit Vorwissen lesen, da sonst
sicher Lücken in den Zusammenhängen entstehen. Es werden zwar einige Dinge noch
mal aufgegriffen, aber vermutlich würde es nicht ganz ausreichen.
Da das Buch inhaltlich genau an das andere anschließt,
möchte ich dazu gar nicht so viel sagen. Nala und Dale mussten schon einiges
einstecken und auch jetzt stehen ihnen noch einmal schwere Zeiten bevor. Kaum
kehrt etwas Ruhe ein, packt die dunkle Seite die nächsten Gemeinheiten aus.

Ich bin mit Nala im ersten Band ja nicht so richtig warm
geworden, das hat sich zwar nicht komplett gelegt, aber es ist auf jeden Fall
etwas besser geworden. Die Entwicklungen, die sie jetzt macht, sind etwas
strukturierter und besser nachvollziehbar, obwohl es auch wieder Situationen
gab, in denen ich es mir anders gewünscht hätte. Einiges geht dann doch etwas
schnell, wenn man bedenkt, wie viel Zeit andere Dinge so brauchen. Da ich
keinen zu sehr spoilern möchte, kann ich das an dieser Stelle nicht weiter
erläutern.
Dale und Ann-Kathrin haben mir in ihrer Entwicklung gut
gefallen. Sie bleiben sich selbst treu, auch wenn das heißt, Gefahren
einzugehen und Regeln zu brechen.
Auch die ‚bösen‘ Charaktere sind wieder mit dabei und
stören das Glück der anderen gehörig. Dadurch gibt es wieder viel Magie, vor
allem auch die der dunklen Seite und man bekommt einen Eindruck davon, was
alles möglich ist.
Wie bereits im ersten Buch gibt es wieder
Perspektivwechsel, die es ermöglichen, die Handlung von verschiedenen Seiten zu
betrachten und zu verfolgen. Dadurch bekommt man einen umfangreichen Blick auf
die Geschehnisse und erfährt Dinge, die einzelnen Charakteren verborgen
bleiben.
Die Naturbeschreibungen sind wieder malerisch und
märchenhaft. Es ist schön, sich in die Welt einzufühlen, sich vorzustellen, wie
es im Wald und auf dem Schloss aussieht. Diese Ausschmückungen geben der Geschichte zu Beginn noch eine gewisse Leichtigkeit
und Helligkeit, bevor es dann doch eher dramatisch wird.

Es gibt Momente, die mir einfach zu brutal und düster
sind und die ich mir nicht unbedingt so detailliert gewünscht hätte. Dass es
schwere Zeiten, Auseinandersetzungen, Kämpfe und so weiter gibt, ist nicht das
Problem, aber zum Beispiel die Beschreibung brechender Knochen gehörte für mich
da einfach nicht hin. Sowas kann gern in einem Thriller stehen, die les ich
persönlich auch gern, in dem Rahmen war es mir einfach etwas zu viel.
Die Geschichte ist besonders gegen Ende sehr temporeich.
Was sich vorher aufgebaut und angekündigt hat, entlädt sich mit viel Magie,
Kampf und Emotionen.
Zum Glück war der Weg hin zum Ende der Geschichte mit Wendungen
und Überraschungen gespickt, die ich so nicht erwartet habe. Auch wenn die
Auflösung der Handlung dann so war, wie ich es bereits nach dem ersten Buch
vermutet habe, war der Weg dahin zumindest nicht so vorhersehbar, wie ich
es befürchtet hatte.
Eine Fortsetzung, die mich mit gemischten Gefühlen zurück
lässt. Auf der einen Seite deutlich überraschender, als ich es vermutet hatte,
auf der anderen Seite gab es einfach ein paar Dinge, die mich gestört haben. Am
Ende bleibt es einfach Geschmackssache, was man erwartet und befürworten kann.

Vielen Dank an den Verlag für das bereitgestellte
Rezensionsexemplar!

Das Reh der Baronesse Die Schleiereule des Prinzen

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