[gelesen] Martina Riemer – Essenz der Götter II

© Impress (Carlsen)
 Essenz der Götter II

Autor: Martina Riemer

erschienen November 2015
ISBN: 978-3-646-60142-8  

spannende, emotionale, actionreiche Fortsetzung

Bei diesem Buch handelt es sich um die Fortsetzung und
den Reihenabschluss der ‚Essenz der Götter‘-Dilogie, meine Rezension kann daher
Spoiler in Bezug auf Band eins „Essenz der Götter I“ enthalten. Für alle die
trotzdem einen kleinen Eindruck wollen: es ist eine spannende,
abwechslungsreiche Reihe mit Momenten zum Lachen und traurig sein.
Die Geschichte setzt fast nahtlos am Ende vom ersten Teil
an, daher ist es gut, wenn man Vorwissen hat und nicht ganz so reingeworfen
wird. Loreen geglaubte endlich ein neues zu Hause gefunden zu haben, doch die
letzten Ereignisse verändern alles. Sie ist erneut auf sich allein gestellt,
ausgeliefert und schutzlos. Wie es weiter gehen soll ist ungewiss, doch es muss
schnell eine Lösung her, denn die Gefahr wird immer deutlicher. Titanus,
Divinus, Menschen – niemand ist mehr sicher.

Viele der Figuren habe ich bereits im ersten Buch ins
Herz geschlossen, da hat es mich sehr gefreut, dass sie alle wieder mit dabei
sind. Und obwohl man einige Charaktere schon ganz gut kannte, lernt man im
Verlauf des Buches immer wieder neue Seiten kennen. Die Charaktere entwickeln
sich weiter, stoßen an ihre Grenzen und müssen diese überwinden, auch wenn es
schwer fällt.
Neben den bereits bekannten Figuren, lernen wir auch eine
Menge neue Personen bzw. Personen, von denen wir bisher nur wenig wissen, kennen.
Diese bringen noch einmal ganz andere Aspekte in die Geschichte. Besonders lieb
gewonnen habe ich Rion. Er ist ein herzensguter Anführer, hat seine Leute gut
im Griff und trotzdem immer ein offenes Ohr. Auch wenn es mal brenzlich wird,
behält der den Überblick und setzt sich für die ein, die ihm am Herzen liegen.
Sehr süß ist auch Ria, die mit ihrer quirligen Art alle in ihren Bann zieht.
Auch wenn die Fünfjährige nicht viel spricht, so hat sie ihre ganz eigene,
niedliche Weise, sich verständlich zu machen.
Die Mischung ist sehr abwechslungsreich und führt ab und
an zu Reiberein. Trotz der Gemeinschaft und den festen Strukturen bleibt genug
Raum für Individualität und die eigene Entfaltung.
Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, schon nach
wenigen Seiten war ich wieder komplett in der Geschichte drin. Im Laufe des
Buches gibt es immer mal kleine Rückblenden und Hinweise auf vorangegangene
Handlung, so dass man kleine Erinnerungslücken füllen kann, ganz ohne Vorwissen
wird es aber vermutlich schwierig, alle Zusammenhänge richtig verstehen zu
können.
Durch detaillierte Beschreibungen wird die fremde Welt,
in die man eintaucht, richtig lebendig. Die ungewöhnlichen Wesen und die Magie
stehen in diesem Teil noch mehr im Vordergrund, man erfährt mehr über die
Hintergründe und Möglichkeiten, die Kräfte einzusetzen.
Besonders gut gefallen haben mir die Perspektivwechsel.
So entsteht eine schöne Dynamik im Buch, man verweilt nie zu lange an einem Ort
bzw. bei einer Person und kann Handlungsstränge mit verfolgen, die parallel
zueinander verlaufen. So entgeht einem als Leser nicht besonders viel und man
bekommt zusätzlich die Möglichkeit, in unterschiedliche Köpfe zu schauen.
Obwohl es einen personalen Erzähler gibt, erfahren wir viel über die Gefühle
und Gedanken der Hauptfiguren. Sehr schön ist dabei auch die persönliche
Entwicklung zwischen Loreen und Slash. Die beiden haben einen sehr steinigen
Weg und mit der veränderten Situation wird es auch wahrlich nicht einfacher. Trotzdem
meistern sie ihre Sache gut und schaffen sich immer wieder Freiräume, in denen
sie ihre Zweisamkeit genießen können. Diese ruhigeren Phasen stehen im
ziemlichen Kontrast zu den Kampfszenen, in denen es temporeich und stellenweise
sehr brutal und blutig zugeht. Besonders zum Ende der Geschichte wird es rasant
und es bleibt nur noch wenig Zeit zum Durchatmen.
Das Ende hat mich gleichermaßen traurig und zufrieden
zurück gelassen. Es gibt zahlreiche Überraschungen und Wendungen mit denen ich
so nicht gerechnet hätte. Die Handlung ist nachvollziehbar und stimmig
aufgebaut, so dass sich diese unerwarteten Ereignisse gut einflechten und man
sich schnell an die neue Situation gewöhnt. Mit viel Witz und Charme schaffen
die Figuren es immer wieder einen beim Lesen zum Schmunzeln zu bringen, gerade
zum Ende der Geschichte hin, gibt es jedoch auch immer wieder Augenblicke, in
denen ich fast ein Taschentuch gebraucht habe. Es wird also in jedem Fall sehr
emotional.
Eine gelungene Fortsetzung, die einem noch einmal ganz
neue Seiten der Divinus und Titanen zeigt. Tolle Charaktere, ein flüssiger,
mitreißender Schreibstil und eine packende Handlung schaffen eine schöne
Fantasygeschichte.

2 thoughts to “[gelesen] Martina Riemer – Essenz der Götter II”

  1. Huhu Dana,

    ich hab es jetzt auch zu Ende gelesen und geb dir vollkommen Recht mit deiner Rezension. Die Fortsetzung zeigt ganz neue Seiten der Divinus und Titanen. Ich hab beide Bände direkt hintereinander gelesen und ich fand die Fantasybücher klasse.
    Tolle Rezension. 🙂

    Viele Grüße
    Beate

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