Rezension: Chris P. Rolls – Die Sache mit Jo und Mo

© Cassandra Krammer 
  Die Sache mit Jo und Mo
  Autor: Chris P. Rolls

  erschienen April 2014
  Verlag: CreateSpace Independent
  Publishing Platform
  ISBN: 978-1497599727


schöne Liebesgeschichte aus dem Gay-Genre

Reiche Eltern ermöglichen einem häufig ein Leben ohne
große Sorgen. Man kann kaufen was man will, feiern ohne auf die Kosten zu
achten, Urlaub an den tollsten Orten machen und auch sonst nach Lust und Laune
leben. So erlebt es auch Jo, der das Luxusanwesen der Familie häufig für sich
hat, wenn seine Eltern mal wieder in der Welt umherreisen. Der Außenseiter und
Eigenbrötler Monty scheint auf den ersten Blick so gar nicht in das Leben des
beliebten Jo zu passen, doch ihre Begegnungen und Montys Abweisung wecken Jos
Interesse immer mehr und schon bald muss er feststellen, dass es noch viel
wichtigere Dinge im Leben gibt als Geld und Luxus.
Jo ist ein ziemlich eingebildeter, egoistischer und
verzogener, junger Mann, der meint, alles zu bekommen, was er will. Und
meistens hat das auch ganz gut funktioniert, bis Mo kam. Jo ist nicht unbedingt
ein Charakter, den man sofort in sein Herz schließt. Das Schöne an seiner Figur
ist jedoch, dass das auch gar nicht zwingend gewollt ist. Jo darf polarisieren
und anecken, man darf sich über seine Aktionen wundern und ihm auch gern mal in
den Hintern treten wollen. Er hat wirklich viele Ecken und Kanten, ist nicht
besonders einfühlsam und Rücksicht zu nehmen ist ihm ebenfalls eher fremd. Umso
beeindruckender ist es da zu beobachten, wie er sich im Laufe der Geschichte
entwickelt. Er zeigt neue Seiten, lernt Seiten an sich kennen, die ihm vorher
nie in den Sinn gekommen wären.
Monty, der von Jo immer nur Mo genannt wird, war mir
dagegen sofort sympathisch. Er lässt Jo so richtig auflaufen und zeigt ihm
damit, dass man auch als Sohn einer reichen Familie nicht immer bekommt, was
man will. Zunächst ist der Zirkusjunge sehr verschlossen und hält seine Mauern
hoch, doch als auch er mutiger wird und sich mehr öffnet, wird der Weg frei
gemacht für eine tolle und sehr einfühlsame Geschichte.
Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, ich habe mich
im Buch wohl gefühlt und die Seiten sind nur so dahingeflogen. Besonders
interessant ist es zu verfolgen, wie zwei völlig fremde Welten
aufeinanderprallen und sich nach und nach miteinander verbinden. Jo und Mo sind
völlig verschieden und gerade deswegen ist es so faszinierend, wie sie
miteinander umgehen, wie sie auf den anderen reagieren und was in ihnen
vorgeht. Von Jo erfährt man in diesem Punkt mehr als von Mo, in dessen Kopf der
Leser nicht blicken kann. In einigen Szenen hätte ich gern gewusst, was Mo
denkt, was er fühlt und wie er Jos Antworten und Aktionen wirklich aufnimmt.
Man bekommt zwar einen Eindruck durch sein Verhalten und die Dinge, die er sagt,
jedoch bleibt seine Gefühlswelt sonst verborgen. Bei Jo darf der Leser
miterleben, wie seine Welt ins Wanken gerät, wie er stockt, zweifelt, über sich
selbst nachdenkt und herausfindet, dass es viel mehr gibt, als das, was er
bisher kannte.
Sehr schön beschrieben sind auch die intimen Momente
zwischen den beiden jungen Männern. Die vorsichtige Annährung ist sehr
liebevoll und zärtlich dargestellt, man kann so richtig mitfühlen.
Ein Buch, das mir viel Freude gemacht und mich berührt
hat. Ich freue mich schon darauf, bald noch mehr von Mo und Jo zu erfahren!

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