[gehört] Wenn jede Minute zählt von Marcus Hünnebeck

©Lausch
Wenn jede Minute zählt
Kommissar Peter Stenzel 1
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Marcus Hünebeck
gesprochen von Uve Teschner
erschienen Juli 2023
ungekürzte Lesung: 294 Minuten
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Lausch medien
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toller Sprecher, guter Spannungsaufbau

Wenn Menschen verschwinden, sind Angst und Sorge immer groß. Besonders dramatisch für alle Beteiligten ist die Situation, wenn ein Kinder nicht wieder nach Hause kommt. Gab es einen Streit und es könnte einfach weggelaufen sein? Versteckt und in Sicherheit bei einem Freund? Oder war es ein Unfall, so dass es sich nicht melden kann? Aber was, wenn es eine Entführung war? Kommissar Peter Stenzel arbeitet auf Hochtouren, um den verschwundenen Fabian zu finden. Dass ihm nur fünf Tage bleiben, um den Jungen zu finden, steigert seine Anspannung ins Unermessliche.

Uve Teschner hat die Geschichte super gesprochen, sehr mitnehmend und intensiv. Dadurch wird auch die Spannung im Buch toll unterstützt. Zahlreiche Anpassungen in der Sprechweise und Tonlage machen es zudem leicht, die Figuren voneinander zu unterscheiden und den Entwicklungen zu folgen. Gut umgesetzt empfand ich auch die Stimmen der jungen Personen, die sich deutlich von denen der Erwachsenen abheben.

Die Geschichte ist gut aufgebaut, Stück für Stück wird die Spannung gesteigert und besonders zum Ende hin wird es dann sehr temporeich und dramatisch. Man begleitet hauptsächlich die Ermittler bei ihrer Arbeit, zwischendurch gibt es jedoch auch Perspektivwechsel, so dass man Einblicke erhält, wie es Fabian geht und was der Entführer mit ihm macht. Diese Passagen sorgen noch mal für eine andere Atmosphäre und beeinflussen auch, wie man bewertet, was man in den Abschnitten mit den Ermittlern so erfährt.
Nach und nach ergeben sich dann die Zusammenhänge und Hintergründe. Es kristallisieren sich Verdächtige heraus, Spuren verdichten sich und doch führt mancher Weg auch ins Leere, obwohl zuvor verschiedene Möglichkeiten für Motive denkbar waren. So kann man beim Zuhören selbst miträtseln und seine eigenen Vermutungen aufstellen, mit den Informationen, die man erhält. Kann es so leicht sein? Wäre das nicht zu offensichtlich? Legt da vielleicht jemand falsche Spuren? Ist es am Ende doch ganz anders gewesen, selbst wenn diese Variante auch denkbar wäre?
Immer wieder sind die Wechsel zwischen den Perspektiven und die Informationen, die man dort erhält sehr clever angelegt. Es werden gewisse Ahnungen und Erwartungen geweckt und dann kommt es meistens doch anders. So kann man mitfiebern und gleichzeitig wird die Spannung an diesen Stellen gut gesteigert.

Da man viel mit dem Kommissar Stenzel unterwegs ist, erfährt man von ihm auch einige private Aspekte, die teilweise seine Arbeit schon auch beeinflussen und stellenweise auch etwas ablenken. Hin und wieder setzt er sich auch mal über Regeln und Vorschriften hinweg. Sollte er als Polizist vielleicht nicht, aber menschlich empfand ich es durchaus als nachvollziehbar, wieso er an der einen oder anderen Stelle so handelt. Es zeigt auch noch mal, dass er nicht nur stumpf nach Vorschrift alles abarbeitet und wie nah ihm das Verschwinden von Fabian geht. Ob es nun gut ist, dass er den Fall bearbeitet oder nicht, das kann am Ende ja jeder für sich selbst bewerten.

Fazit

Mir hat das Hörbuch insgesamt gut gefallen. Ich fühlte mich durchweg mitgenommen vom Sprecher und konnte daher der Handlung gut folgen. Die Spannung wurde schön gesteigert und mit den Perspektivwechseln clever gespielt, um die Atmosphäre in der Geschichte zu beeinflussen. Manche, kleine Stellen und Aspekte haben nicht 100%ig überzeugt, aber ich könnte mir schon vorstellen, mit dem Kommissar noch mal auf Verbrecherjagd zu gehen.


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