[gelesen] Die magische Bibliothek der Buks. Das verfluchte Medaillon von Nina George, Jens J. Kramer

© Thienemann Esslinger
Das verfluchte Medaillon
Die magische Bibliothek der Buks  2
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Nina George, Jens J. Kramer, Hauke Kock (Illustration)
erschienen Januar 2025
ab 10 Jahren
384 Seiten
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Thienemann Esslinger
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gute Fortsetzung, etwas schwächer als der Auftakt

Achtung zweiter Band: Vorwissen zum Lesen der Fortsetzung zu empfehlen, da im ersten Buch doch schon einiges passiert ist und man die Einblicke in die Welt der Buks bekommt, die man sicherlich hier dann brauchen wird, um die Zusammenhänge zu verstehen und den Verlauf der Handlung richtig zu erfassen.

In der magischen Bibliothek der Buks ist einiges los, es lauern Abenteuer an jeder Ecke. Für die Kinder, die vor einiger Zeit zufällig auf die Bibliothek gestoßen sind, steht eine spannende, teilweise jedoch auch gefährliche Reise in die Welt der Bücher an. Gleichzeitig wagen sich einige der kleinen Buchgeister in die Draußenwelt, die sie bisher gemieden haben. Für jeden stehen damit unterschiedliche Herausforderungen an, doch ihr Ziel ist da gleiche: Die Buchwelt retten.

Die meisten Charaktere kennt man bereits aus dem ersten Buch, an einigen Stellen kommen hier nun aber natürlich auch neue Figuren hinzu, da ja auch neue Schauplätze bereist werden. Manche Personen rücken in der Fortsetzung nun auch noch mal mehr in den Mittelpunkt, wodurch man zu ihnen weitere Informationen erhält und mehr von den Zusammenhängen versteht, was sie mit der Buchwelt verbindet und wie sich manches entwickelt hat.
Im ersten Band waren die Kinder viel gemeinsam unterwegs, wodurch es nicht so viele Wechsel in den Perspektiven gab, wie es jetzt der Fall war. Die zwölfjährigen Zwillinge Nola und Finn sind einzeln und getrennt voneinander unterwegs, ebenso Geraldine, die sehr unfreiwillig Teil der Buchwelt geworden ist und gar nicht weiß, was eigentlich passiert. Zurück in der „normalen“ Welt bleiben die Freunde der Zwillinge Thommy und Mira, die sich bemühen, alle Geheimnisse zu hüten. Zusätzlich erlebt man auch Abschnitte aus der Sicht der Buks, von Geraldines Mutter und noch einigen weiteren Personen, die mal mehr, mal weniger Raum einnehmen. Durch die Wechsel sind einige Abschnitte in den Kapiteln recht kurz gehalten, andere Passagen sind länger. Es entsteht auf jeden Fall noch mal eine andere Dynamik als im Auftakt der Reihe. Stellenweise wird durch die raschen Wechsel die Spannung erhöht, weil man natürlich wissen möchte, wie es an der Stelle eigentlich gerade weitergeht. An einigen Stellen wäre ich jedoch auch gern etwas länger bei der jeweiligen Person geblieben, weil man sich zeitweise schon recht oft umstellen musste und die Geschichte manchmal etwas auseinander gerupft wirkt.

Die Hinweise auf die vorausgegangenen Ereignisse waren eher dezent eingeflochten. Hin und wieder gibt es kleine Erinnerungshilfen, auch weil die Figuren dann Gespräche darüber führen, was sie bisher erlebt haben, um ihr Gegenüber einzuweihen. Es ist jedoch nicht zu langatmig oder ausschweifend eingearbeitet. Daher würde ich Vorwissen schon empfehlen, damit man den Entwicklungen gut folgen kann.

Der Schreibstil an sich ist vergleichbar mit dem Auftakt. Durch die verschiedenen Orte und Zeiten, an denen hier die Handlung stattfindet, sind die Kapitel jedoch etwas unterschiedlich aufgebaut, auch sprachlich, so dass manches mitnehmender und flüssiger ist als andere Abschnitte. Durch das häufige Umstellen in den Perspektiven muss man sich auch etwas mehr auf die Geschehnisse konzentrieren, damit man alle Zusammenhänge und Verknüpfungen mitbekommt. So empfand ich es auf jeden Fall, auch wenn ich keine Probleme hatte, dem Inhalt zu folgen.
Manche Begriffe finde ich für die anvisierte Zielgruppe etwas zu schwierig, besonders wenn die Buks miteinander reden, werden teilweise auch eher ältere Ausdrücke verwendet, die sicherlich nicht jeder junge Leser versteht.
Wie auch im ersten Buch gibt es wieder kleine Illustrationen, die hin und wieder eingebaut sind und die Handlung noch etwas lebendiger machen. Auch die ersten Buchstaben der Kapitel sind wieder besonders hervorgehoben.
Umso weiter man im Buch voranschreitet, umso mehr der Verknüpfungen ergeben sich und viele Dinge werden klarer. Wodurch man mit verschiedenen Figuren unterwegs ist, hat man dann auch einen komplexen Blick auf die verschiedenen Puzzleteile, die an ihren Platz fallen. Da nicht alle Charaktere gemeinsam unterwegs sind, ist ihr Wissensstand natürlich zwischenzeitlich unterschiedlich. Auf der abenteuerlichen Reise der Figuren gibt es immer wieder neue Herausforderungen und auch mal Gefahren zu bewältigen, so dass es auch immer wieder kleine Spannungsmomente gibt.

Als Band eins erschien, meinte ich gelesen zu haben, dass es eine Dilogie wird. Nun ist allerdings bereits der dritte Band angekündigt und damit sind dann wohl die Abenteuer der Buchgeister und ihrer Verbündeten doch noch nicht vorbei. Obwohl ich fand, es war eigentlich ein ganz schönes Ende im Buch, so dass ich auch zufrieden damit gewesen wäre, wenn die Reihe hier enden würde.

Fazit

Auch wenn mir die Fortsetzung nicht ganz so gut gefallen hat, wie der Auftakt, hat es wieder Spaß gemacht in die Welt einzutauchen. Man erhält mehr Details und Zusammenhänge, so dass sich mit der Zeit gewisse Dinge dann auch besser erschließen. Durch die zahlreichen Perspektivwechsel entsteht eine andere Dynamik als im ersten Band, manchmal war es mir allerdings fast etwas zu unruhig und ich wäre gern länger an einem Ort geblieben. An anderen Stellen passte es hingegen gut. Für mich persönlich müsste es nicht unbedingt noch einen weiteren Band geben, da ich den Ausgang des Buches eigentlich als ganz gut sortieren Abschluss empfand. Mal sehen, ob ich trotzdem zu Band drei greifen werde.

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