[gelesen] Mr. Parnassus‘ Heim für magisch Begabte von T.J. Klune

© Heyne

Mr. Parnassus‘ Heim für magisch Begabte

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T. J. Klune
erschienen im April 2021
480 Seiten
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Heyne
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herzerwärmend

Von dem Buch hatte ich schon sehr viel Gutes gehört. Dementsprechend waren meine Erwartungen an die Geschichte recht hoch. Sie wurden nicht enttäuscht – aber auch nicht komplett erfüllt.

Linus Baker lebt mit seiner Katze in der regnerischen, grauen Stadt. Er ist zufrieden mit seinem Job und seinem Leben. Er arbeitet für die Behörde und prüft, ob magisch begabte Kinder in Waisenhäusern gut aufgehoben sind. Er kennt das Regelbuch auswendig und hält sich an alle Vorgaben, auch wenn er durchaus mit einem gutmütigen Blick auf die Kinder schaut.
Sein Leben bietet ihm wenig Abwechslung, die er aber auch nicht sucht. Bis ein Spezialauftrag ihn auf eine sonnige Insel bringt und sein Leben völlig auf den Kopf stellt.
Vier Wochen soll er in einem Waisenhaus verbringen und dort für ganz besondere Kinder prüfen, ob die Unterbringung bei Mr. Parnassus geeignet ist.

Linus ist ein Charakter, der auf den ersten Seiten nicht besonders viele Sympathiepunkte sammeln kann. Er ist ein Eigenbrödler. Geregelte Abläufe sind für ihn ebenso wichtig wie sein Vorgabenbuch. Er wirkt eher kühl und verklemmt. Den Kindern begegnet er zunächst mit einer gewissen Portion Angst und Skepsis, dennoch ist er offen für ihre Eigenarten. Woche für Woche schreibt er seine Berichte und teilt der Behörde seine Erkenntnisse mit. Doch je länger er auf der Insel ist, desto mehr ändert sich der Ton seiner Briefe. Und auch Linus verändert sich… und das nicht nur, weil Arthur ihn regelmäßig aus dem Konzept bringt.

T. J. Klune entwirft hier bei der Mischung aus teils ungewöhnlichen Wesen ganz zauberhafte Charaktere voller Witz und Herz. Neben dem eher steifen Lunis, kann Arthur Panassus mit seiner liebevollen Art sofort punkten. Die Kinder, die auf der Insel leben, verfügen über ungewöhnliche und teils mächtige Kräfte. Aber nichtsdestotrotz sind sie Kinder, die viel Unsinn im Kopf haben, unsicher sind, wissbegierig, sich necken und unterstützen und vor allem nicht aus ihrem Zuhause weggerissen werden wollen.

Ich verstehe die Begeisterung für das Buch und mochte es auch unglaublich gern, wobei der ganz letzte Funkte zum Superhighlight fehlt. Das liegt daran, dass zum einen für mich inhaltlich ein paar Sachen unklar blieben und es vielleicht auch ein paar Minilängen gab. Linus begleitet den oft eher ruhigen Alltag auf der Insel, mit einigen Streichen, Konflikten und persönlichen Sorgen der Kinder.
Was mir fehlt: Es geht um die Kinder in den Waisenhäusern, die separiert aufwachsen und in der Regel nicht adoptiert werden. Menschlichen Bürger werden aufgerufen, Vorfälle zu melden. Sie meiden und beschimpfen die Kinder. Aber was passiert denn eigentlich mit den volljährigen magisch Begabten? Wo sind diese?

Dennoch ist mein Fazit für das Buch insgesamt sehr positiv. Es ist total schön zu verfolgen, wie Arthur und die Kinder untereinander agieren. Sie sind eine Familie und stehen füreinander ein. Sie ziehen Linus auf, beziehen ihn aber auch ein. Dabei vermitteln sie einige wichtige Botschaften, denn den Kindern wird nur aufgrund ihrer Kräfte und Herkunft ein Stempel aufgedrückt. Doch es gibt so viel grau zwischen dem starren Schwarz und Weiß. Und wenn man bereit ist, genauer hinzuschauen und vor allem hinzuhören, kann man dies ganz leicht entdecken…

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